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WERTGRUND WohnSelect D im Umbruch – Stabilitätsanker mit temporären Rücksetzern

geralt (CC0), Pixabay

Der Jahresbericht des offenen Immobilienfonds WERTGRUND WohnSelect D liefert ein gemischtes Bild: Einerseits zeigt er solide Fundamentaldaten, eine stabile Vermietungslage und eine klare Nachhaltigkeitsstrategie. Andererseits sind 2024/25 auch Rückgänge beim Fondsvermögen und negative Renditen zu verzeichnen, die Anleger aufmerksam machen sollten.

Performance und Mittelabfluss

Nettorendite: Die BVI-Rendite für das Jahr 2024/25 beträgt -2,0 %, während sie im Vorjahr noch +1,5 % betrug.

Langfristige Entwicklung: Seit Auflage (2010) bleibt die Performance mit +5,3 % p. a. attraktiv, wenn auch leicht rückläufig (Vorjahr: 5,8 %).

Rückgaben: Der Fonds verzeichnete einen massiven Nettomittelabfluss von ca. 89 Mio. € – ein starker Rückgang im Vergleich zu nur 6,5 Mio. € im Vorjahr. Dies dürfte auf die allgemeine Verunsicherung im Immobilienmarkt zurückzuführen sein.

Anlegersicht: Die negative Jahresrendite und die Rückgaben signalisieren eine gewisse Vertrauenskrise unter Anlegern. Positiv ist jedoch, dass der Fonds planvoll mit Objektverkäufen darauf reagiert hat.

Immobilienportfolio und Vermietung

Fondsobjekte: Anzahl sank von 20 auf 18 Objekte durch gezielte Verkäufe.

Vermietungsquote: gestiegen auf sehr gute 96,3 % (Vorjahr: 90,7 %).

Fokus: Hauptsächlich Wohnimmobilien (~88 % der Fläche), breiter regionaler Mix (Berlin, Dresden, Köln/Aachen, Hamburg etc.).

Verkehrswertrückgänge: In mehreren Objekten, z. B. Berlin und Hamburg, sind rückläufige Bewertungen festzustellen. Insgesamt hat das Portfolio ca. 7,9 Mio. € an Verkehrswert eingebüßt.

Anlegersicht: Die hohe Vermietungsquote spricht für solides operatives Management. Die Rückgänge in den Objektbewertungen sind marktbedingt, aber für den Nettoinventarwert negativ.

Liquidität und Ausschüttung

Ausschüttung: Für 2024/25 keine Ausschüttung (Vorjahr: 0,80 € je Anteil).

Freie Liquidität: beträgt 25 Mio. €, bei einer Liquiditätsquote von 7,1 % – ausreichend, aber rückläufig.

Bruttoliquidität halbierte sich im Vergleich zum Vorjahr auf 23,3 Mio. €.

Anlegersicht: Die ausgesetzten Ausschüttungen dürften für einkommensorientierte Anleger enttäuschend sein. Die Liquidität bleibt solide, jedoch unter Beobachtung.

Strategie, Marktumfeld und ESG-Ansatz

Anlagestrategie: Fokus auf innerstädtische Wohnlagen mit Nachverdichtungspotenzial; verstärkte ESG-Ausrichtung (Art. 8-Produkt, mind. 30 % ESG-konforme Objekte).

Marktumfeld: Stabilisierung am Wohnimmobilienmarkt sichtbar; steigende Mieten, langsame Preissteigerungen. Politische Maßnahmen zur Förderung des Wohnungsbaus sind angekündigt.

Prognose 2025/26: Vorsichtiger Optimismus durch bessere Konjunkturindikatoren (z. B. ifo-Geschäftsklima), aber geopolitische Unsicherheiten bleiben.

Anlegersicht: Der Fonds verfolgt eine klare, nachhaltigkeitsorientierte Strategie. Das makroökonomische Umfeld hellt sich auf – mittelfristig könnten sich dadurch wieder positive Renditechancen ergeben.

Kosten und Struktur

Gesamtkostenquote (TER): leicht gestiegen auf 1,51 % (Vorjahr: 1,42 %).

Finanzierungsquote: moderat mit 23,1 %, unter der internen Obergrenze von 30 %.

Anlegersicht: Die Kostenstruktur bleibt im vertretbaren Rahmen. Die konservative Finanzierung stärkt die Resilienz.

Fazit für Anleger

Der WERTGRUND WohnSelect D befindet sich in einer Übergangsphase: Die operative Stabilität (z. B. Vermietung, ESG-Konformität) steht einem herausfordernden Marktumfeld gegenüber, das sich in rückläufigen Fondswerten, gesunkenen Anteilszahlen und ausgesetzten Ausschüttungen niederschlägt.

Langfristig orientierte Anleger mit Fokus auf Wohnimmobilien und ESG-Aspekten können dem Fonds weiterhin Vertrauen entgegenbringen. Für risikoscheue oder einkommensorientierte Anleger bietet der Fonds jedoch derzeit wenig kurzfristige Attraktivität.

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