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Mehr Syphilis-Fälle in Bayern – Rückgang bei HIV und Hepatitis B

Maria_Domnina (CC0), Pixabay

Die Zahl der Syphilis-Infektionen in Bayern ist 2024 zum neunten Mal in Folge gestiegen. Mit 1.512 gemeldeten Fällen erreichte die sexuell übertragbare Krankheit einen neuen Höchststand. Damit liegt Bayern im bundesweiten Trend, denn auch deutschlandweit werden seit Jahren steigende Zahlen verzeichnet.

Ursachen für den Anstieg

Fachleute führen den Anstieg unter anderem auf ein verändertes Sexualverhalten zurück. Dating-Apps und soziale Netzwerke erleichtern schnelle und häufig wechselnde Kontakte. Hinzu kommt, dass der Einsatz von Schutzmaßnahmen wie Kondomen teilweise zurückgeht – auch, weil Medikamente zur Vorbeugung oder Behandlung von HIV-Infektionen (z. B. PrEP) bei einigen Menschen zu einem sorgloseren Umgang mit anderen sexuell übertragbaren Krankheiten geführt haben.

Ein weiteres Problem: Syphilis verläuft oft unbemerkt. Erste Symptome wie Hautausschläge oder Geschwüre verschwinden von selbst, die Krankheit bleibt aber im Körper und kann im Spätstadium Herz, Nerven und Gehirn schwer schädigen.

Herausforderung: Keine Impfung

Während gegen HIV inzwischen hochwirksame Therapien und gegen Hepatitis B eine Impfung verfügbar sind, existiert für Syphilis kein Impfstoff. Eine rechtzeitige Diagnose ist deshalb entscheidend. Das bayerische Gesundheitsministerium empfiehlt Risikogruppen regelmäßige Tests – am besten vierteljährlich.

Lichtblicke bei HIV und Hepatitis B

Parallel dazu zeigt sich eine positive Entwicklung bei anderen Infektionskrankheiten:

  • Die Zahl der HIV-Neudiagnosen sank in Bayern von 645 Fällen im Jahr 2023 auf 586 Fälle im Jahr 2024.

  • Hepatitis B ging ebenfalls leicht zurück – von 4.366 Fällen im Jahr 2023 auf 4.025 im Jahr 2024.

Mediziner warnen jedoch davor, diese Zahlen falsch zu interpretieren. Besonders bei HIV könne es Jahre dauern, bis eine Infektion entdeckt wird. Ein kurzfristiger Rückgang in der Statistik bedeutet also nicht automatisch weniger Neuinfektionen.

Impfungen und Prävention

Für Hepatitis B gilt die Schutzimpfung seit den 1990er-Jahren als Standard im Kinderimpfkalender. Zudem ist sie für Beschäftigte im medizinischen Bereich verpflichtend, da das Virus besonders durch Blutkontakt weitergegeben wird. Auch bei ungeschütztem Sex oder beim Drogenkonsum mit verunreinigten Spritzen besteht ein hohes Ansteckungsrisiko.

Langfristig, so die Einschätzung von Experten, werde die Zahl chronischer Hepatitis-B-Fälle nur durch konsequente Impfprogramme und bessere Aufklärung sinken.

Fazit

Während bei HIV und Hepatitis B gewisse Fortschritte erkennbar sind, bleibt Syphilis ein wachsendes Problem. Fachleute fordern verstärkte Aufklärung, niedrigschwellige Testangebote und eine Sensibilisierung insbesondere junger Menschen.

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