Am Sonntag ist es soweit: Die Bewohnerinnen und Bewohner der Nordseeinsel Wangerooge wählen eine neue Bürgermeisterin oder einen neuen Bürgermeister. Insgesamt sechs Kandidaten treten an – drei von großen Parteien, drei weitere als Insulaner mit Heimvorteil. Die Wahl gilt als spannend, denn die Stelle war seit zwei Jahren vakant.
Große Resonanz auf Stellenanzeige
Besetzt werden soll ein Posten, der zugleich idyllisch und herausfordernd ist. Das Wangerooger Rathaus liegt direkt am Strand mit Blick aufs Meer – ein Arbeitsplatz, den viele als „Traumjob“ bezeichnen. Entsprechend groß war das Interesse: Mehr als 580 Bewerbungen gingen ein, nachdem SPD, CDU und Grüne ihre Kandidatinnen und Kandidaten per Stellenanzeige auf dem Festland gesucht hatten. Doch auch drei Insulaner stellen sich zur Wahl, die die Lebensrealität vor Ort besonders gut kennen.
Rücktritt des letzten Bürgermeisters
Der Posten war seit September 2023 unbesetzt, nachdem der parteilose Bürgermeister Marcel Fangohr nach Streitigkeiten mit dem Gemeinderat de facto zurückgetreten war. Seitdem führte Rieka Beween als allgemeine Vertreterin die Amtsgeschäfte.
Fusionspläne gescheitert
Der Grund für die lange Vakanz: Zwischenzeitlich stand eine Fusion mit der Festlandsgemeinde Wangerland im Raum. Durch die Zusammenlegung sollten Verwaltungskosten eingespart und Strukturen effizienter gestaltet werden. Doch die Pläne scheiterten, weshalb nun doch wieder ein eigener Bürgermeister für Wangerooge gesucht wird.
Herausforderungen auf der Insel
Trotz malerischer Kulisse bringt das Amt erhebliche Herausforderungen mit sich. Die Insel lebt stark vom Tourismus, muss aber gleichzeitig ihre fragile Natur schützen. Fragen rund um den Küstenschutz, die Wohnraumsituation für Insulaner und die Infrastruktur für Gäste und Einheimische gehören zu den zentralen Themen, die die neue Rathausspitze anpacken muss.
Entscheidung der Insulaner
Rund 1.050 Wahlberechtigte sind aufgerufen, ihre Stimme abzugeben. Für viele ist klar: Wer das Amt übernimmt, braucht nicht nur Verwaltungserfahrung, sondern auch ein Gespür für das Inselleben – und die Fähigkeit, Politik, Tourismus und Umweltschutz in Einklang zu bringen.