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Immer mehr 24-Stunden-Mini-Supermärkte in Deutschland – Chance oder Risiko?

alicepaipai (CC0), Pixabay

Kleine, automatisierte Supermärkte ohne Personal, die rund um die Uhr geöffnet haben, verbreiten sich in Deutschland immer stärker. Nach aktuellen Zahlen der Dualen Hochschule Baden-Württemberg gibt es inzwischen bundesweit über 700 dieser sogenannten 24-Stunden-Märkte. Vor allem in Süddeutschland hat sich das Konzept rasant entwickelt, während es in Mitteldeutschland bislang nur vereinzelt solche Läden gibt.

Das Konzept: Einkaufen ohne Personal
Die Mini-Märkte setzen auf vollständige Automatisierung. Kundinnen und Kunden betreten den Laden oft per App oder Bankkarte, wählen die Produkte aus und bezahlen an Selbstbedienungskassen oder über digitale Bezahlsysteme. Dadurch können die Geschäfte rund um die Uhr geöffnet bleiben – auch an Sonn- und Feiertagen.

Unterschiedliche Einschätzungen
Der Handelsverband Deutschland (HDE) sieht in den automatisierten Märkten eine interessante Chance, besonders in ländlichen Regionen, wo herkömmliche Supermärkte aufgrund von Personalmangel oder zu geringer Nachfrage schließen mussten. So könnten Versorgungslücken geschlossen werden, ohne dass teure Personalstrukturen nötig sind.

Die Gewerkschaft Verdi warnt hingegen vor negativen Folgen: Automatisierte Läden könnten mittelständische Händler verdrängen und Arbeitsplätze im Einzelhandel gefährden. Langfristig bestehe die Gefahr, dass der persönliche Service verloren gehe und die Innenstädte weiter veröden.

Ausblick
Ob die 24-Stunden-Märkte ein flächendeckender Trend werden, hängt nicht nur von der Kundennachfrage, sondern auch von gesetzlichen Rahmenbedingungen ab – insbesondere im Bereich Arbeitsrecht, Ladenöffnungszeiten und Datenschutz. Klar ist: Das Modell hat das Potenzial, das Einkaufserlebnis in Deutschland nachhaltig zu verändern.

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