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Lebensgefahr im Wald: Experten warnen vor Knollenblätterpilz-Vergiftungen

HOerwin56 (CC0), Pixabay

Mit Beginn der Pilzsaison warnt die Medizinische Hochschule Hannover (MHH) eindringlich vor den Gefahren beim Sammeln wild wachsender Pilze – insbesondere vor dem hochgiftigen Grünen Knollenblätterpilz. In den vergangenen Tagen mussten in Hannover mehrere Menschen mit schweren Vergiftungen behandelt werden, teilte die Klinik mit.

Besonders tückisch: Die Symptome treten häufig erst viele Stunden nach dem Verzehr auf – zu einem Zeitpunkt, an dem das Gift bereits irreversible Schäden an der Leber verursacht haben kann. In besonders schweren Fällen bleibt nur noch eine Lebertransplantation als lebensrettende Maßnahme.

Laut MHH handelt es sich bei den jüngsten Vergiftungsfällen überwiegend um Verwechslungen mit essbaren Pilzarten, die dem Knollenblätterpilz ähneln – wie etwa Champignons oder Perlpilze.

Das Giftinformationszentrum Nord und die MHH appellieren an alle Pilzsammlerinnen und -sammler, keinesfalls auf Bestimmungs-Apps allein zu vertrauen. „Digitale Erkennungsdienste können gefährlich sein, wenn sie falsche Sicherheit vermitteln“, warnen die Fachleute. Stattdessen sollte man sich nur mit fundierten Kenntnissen oder unter Anleitung erfahrener Pilzexperten auf die Suche machen.

Der Grüne Knollenblätterpilz ist verantwortlich für rund 90 Prozent aller tödlichen Pilzvergiftungen in Europa. Schon eine einzige Kappe kann für einen Erwachsenen tödlich sein.

Die Experten raten bei Unsicherheit dringend dazu, gefundenen Pilze nicht zu verzehren und im Zweifelsfall eine Pilzberatung aufzusuchen – denn aus einem harmlosen Waldspaziergang kann sonst schnell ein medizinischer Notfall werden.

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