Im monatelangen Tarifkonflikt beim Dönerspieß-Hersteller Birtat ist ein Durchbruch erzielt worden: Nach Angaben der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) wurde mit der Meat World SE, zu der Birtat gehört, der erste Tarifvertrag in der gesamten Dönerfleischindustrie abgeschlossen.
Deutliche Verbesserungen für Beschäftigte
Für die rund 120 Beschäftigten des Standorts bedeutet die Einigung einen spürbaren Lohnsprung. Der Einstiegslohn wird künftig auf 2.600 Euro festgesetzt. Darüber hinaus ist eine zweistufige Anhebung der Entgelte vereinbart, die in der Spitze bis zu 17 Prozent beträgt. Die Laufzeit des Vertrags reicht bis Ende 2026.
Laut NGG ist dies ein Meilenstein in einer Branche, die bisher für ihre teils prekären Arbeitsbedingungen bekannt war und in der Tarifverträge bislang keine Rolle spielten. „Damit setzen wir ein klares Zeichen für faire Bezahlung und bessere Arbeitsbedingungen – auch in der Lebensmittelproduktion abseits der großen Industrien“, so ein Sprecher der Gewerkschaft.
Signalwirkung für die Branche
Der Abschluss könnte über die Firma Birtat hinaus Wirkung entfalten: Gewerkschaften hoffen, dass der Schritt Beispielcharakter für andere Hersteller in der stark wachsenden Dönerfleischproduktion hat. Die Branche beschäftigt bundesweit mehrere Tausend Menschen – oft unter schwierigen Bedingungen, etwa bei Schichtarbeit, körperlich anstrengender Tätigkeit und teils niedrigen Löhnen.
Das Unternehmen Meat World SE zeigte sich zufrieden mit der Einigung. Man habe einen „tragfähigen Kompromiss“ gefunden, der sowohl den wirtschaftlichen Herausforderungen als auch den Bedürfnissen der Beschäftigten gerecht werde.