Ein skurriler Vorfall im Centre Pompidou Metz sorgt erneut für Schlagzeilen: Ein niederländischer Besucher hat die berühmte Banane des Kunstwerks „Comedian“ von Maurizio Cattelan einfach gegessen – ein Werk, das weltweit bekannt wurde, weil es aus nichts weiter als einer Banane besteht, die mit grauem Klebeband an einer Wand befestigt ist.
Kunstwerk mit Kultstatus – und Kritik
„Comedian“ wurde 2019 auf der Art Basel in Miami vorgestellt und für Preise von 120.000 US-Dollar und mehr verkauft. Das Werk gilt als Symbol für die Ironie und den provokativen Charakter der zeitgenössischen Konzeptkunst. Kritiker sehen darin eine Parodie auf die Kunstwelt, in der selbst banale Alltagsgegenstände zu millionenschweren Objekten werden, wenn der richtige Name dahintersteht.
Die Aktion: Eine Banane weniger
Seit dem 8. Mai 2025 hing die Banane in Metz an der Wand des berühmten Museums – bis ein Besucher beschloss, dass das Kunstwerk offenbar essbar sei. Nach Angaben der Regionalzeitung Le Républicain Lorrain griff der Mann zu und verzehrte die Banane direkt vor den Augen anderer Museumsbesucher. Ob er damit eine Botschaft vermitteln wollte oder schlicht Hunger hatte, ist unklar.
Reaktion des Museums
Anstatt den Vorfall als Skandal zu werten, reagierte das Centre Pompidou gelassen: Eine Anzeige wurde nicht erstattet, und die Banane wurde kurz darauf ersetzt. Das ist durchaus im Sinne des Künstlers: Cattelan hatte von Anfang an betont, dass die Banane regelmäßig erneuert werden müsse – das eigentliche Kunstwerk sei die Idee, nicht die Frucht selbst.
Warum die Banane so berühmt ist
„Comedian“ polarisiert seit seiner ersten Präsentation. Für die einen ist es ein Meilenstein der Konzeptkunst, für andere nur ein Witz auf Kosten der Kunstkäufer. Doch die Performance des niederländischen Besuchers beweist erneut, wie sehr das Werk Diskussionen über den Wert und die Vergänglichkeit von Kunst anstößt.
Fazit: Kunst zum Anbeißen
Ob spontane Performance oder provokante Kritik – die Aktion hat das Werk erneut in die Schlagzeilen gebracht. Und sie erinnert daran, dass Kunst manchmal nicht nur zum Nachdenken, sondern auch – im wahrsten Sinne des Wortes – zum Anbeißen ist.