Die Ermittlungen zum mutmaßlichen Anschlag mit einer Sprengstoffdrohne auf den Flughafen Leipzig/Halle haben offenbar einen entscheidenden Durchbruch gebracht. Nach übereinstimmenden Medienberichten konnten Ermittler an der Drohne DNA-Spuren sichern, die mit Spuren aus dem Paketbomben-Komplex von 2024 übereinstimmen. Europäische Sicherheitsbehörden sehen in diesem Anschlagsnetzwerk seit längerem Verbindungen zum russischen Militärgeheimdienst GRU.
Die DNA soll identisch mit einer Spur sein, die bereits nach dem Brandanschlag auf das DHL-Logistikzentrum in Leipzig im Juli 2024 gesichert worden war. Damals geriet ein mit einem Brandsatz präpariertes Luftfrachtpaket in Brand. Nach Erkenntnissen europäischer Ermittler hätte sich der Sprengsatz ursprünglich während eines Fluges entzünden sollen. Nur eine Verzögerung verhinderte offenbar eine Katastrophe.
Die nun gefundene DNA konnte bislang zwar keiner konkreten Person zugeordnet werden, sie ist jedoch in der europäischen DNA-Datenbank registriert. Im Zusammenhang mit der Paketbomben-Serie identifizierten Ermittler bereits 22 Verdächtige, denen Verbindungen nach Russland und nach Erkenntnissen der EU-Justizbehörde Eurojust auch zum russischen Militärgeheimdienst GRU zugeschrieben werden. In Litauen stehen derzeit fünf Männer wegen ihrer mutmaßlichen Beteiligung an den Anschlägen vor Gericht.
Nach bisherigen Erkenntnissen war die in Leipzig gefundene Drohne mit einer Sprengvorrichtung ausgestattet und steuerte offenbar gezielt auf eine ukrainische Antonow-Frachtmaschine zu. Überwachungskameras sollen zeigen, dass das Fluggerät einen Flügel der Maschine traf, bevor die Sprengladung zu Boden fiel. Warum der Sprengsatz nicht detonierte, ist weiterhin Gegenstand der Ermittlungen.
Der Vorfall verschärft die Sorge westlicher Sicherheitsbehörden vor sogenannten hybriden Angriffen auf kritische Infrastruktur. Parallel zu den Ermittlungen veröffentlichte der US-Geheimdienst einen neuen Lagebericht, wonach Russland zunehmend bereit sein könnte, die NATO durch Sabotageakte, verdeckte Operationen und andere hybride Maßnahmen gezielt zu provozieren. Die Drohnenattacke in Leipzig wird deshalb nicht mehr nur als isolierter Einzelfall betrachtet, sondern als möglicher Bestandteil einer umfassenderen Strategie zur Destabilisierung westlicher Staaten.
Die Bundesregierung reagierte bereits auf den Vorfall und kündigte einen deutlichen Ausbau der Drohnenabwehr an. Die Spezialkräfte der Bundespolizei sollen personell verstärkt, zusätzliche Standorte eingerichtet und weitere Flughäfen mit mobiler Abwehrtechnik ausgestattet werden. Ziel ist es, Angriffe auf kritische Infrastruktur künftig schneller erkennen und verhindern zu können.