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Trump stellt Impfempfehlungen für Kinder auf den Kopf – Experten warnen vor gefährlichen Folgen

Mohamed_hassan (CC0), Pixabay

US-Präsident Donald Trump hat eine weitreichende Änderung der Impfpolitik angekündigt und damit eine neue Debatte über den Schutz von Kindern ausgelöst. Künftig sollen bundesweite Impfempfehlungen deutlich eingeschränkt und einige bisher empfohlene Schutzimpfungen nicht mehr standardmäßig für alle Kinder gelten. Besonders umstritten ist Trumps Forderung, den bewährten Kombinationsimpfstoff gegen Masern, Mumps und Röteln (MMR) künftig durch getrennte Einzelimpfungen zu ersetzen.

Nach der neuen Anordnung sollen nur noch Impfungen gegen elf Krankheiten als allgemeine Standardempfehlung gelten. Impfungen gegen Hepatitis B, Covid-19 und saisonale Grippe sollen dagegen nicht länger pauschal für alle Kinder empfohlen werden. Eltern könnten diese Impfungen zwar weiterhin in Anspruch nehmen, sie würden jedoch nicht mehr Teil der zentralen bundesweiten Impfempfehlungen sein. Nach Angaben der US-Regierung sollen die Kosten weiterhin von den Krankenversicherungen übernommen werden.

Ob die Anordnung tatsächlich umgesetzt werden kann, ist allerdings offen. Bereits ein ähnlicher Vorstoß war im Frühjahr von einem Bundesgericht vorläufig gestoppt worden. Zudem verfügen die einzelnen Bundesstaaten in den USA über weitreichende Kompetenzen bei der Ausgestaltung ihrer Impfprogramme.

Besonders kritisch sehen Mediziner Trumps Vorstoß beim MMR-Impfstoff. Der Präsident fordert, Masern-, Mumps- und Röteln-Impfungen künftig möglichst einzeln und mit zeitlichem Abstand zu verabreichen. Dies begründete er unter anderem mit der Behauptung, dadurch könnten möglicherweise weniger Autismusfälle auftreten.

Für diese Aussage gibt es jedoch keine wissenschaftlichen Belege. Große internationale Studien konnten über viele Jahre hinweg keinen ursächlichen Zusammenhang zwischen Impfungen und Autismus nachweisen. Auch die US-Gesundheitsbehörde CDC erklärt, dass es keine Hinweise auf einen gesundheitlichen Vorteil getrennt verabreichter Einzelimpfstoffe gegenüber dem bewährten Kombinationsimpfstoff gibt.

Hinzu kommt ein praktisches Problem: Einzelimpfstoffe gegen Masern, Mumps und Röteln sind in den USA derzeit gar nicht verfügbar. Experten warnen deshalb, dass zusätzliche Arzttermine dazu führen könnten, dass Kinder später oder gar nicht vollständig geimpft werden. Dadurch würde sich das Risiko erhöhen, dass sich hoch ansteckende Krankheiten wie Masern wieder stärker ausbreiten.

Gesundheitsexperten beobachten die Entwicklung daher mit großer Sorge. Sie befürchten, dass eine Abschwächung der Impfempfehlungen das Vertrauen in Schutzimpfungen weiter untergraben und langfristig zu sinkenden Impfquoten führen könnte. Gerade Masern gelten als eine der ansteckendsten Infektionskrankheiten überhaupt. Bereits kleinere Rückgänge bei der Impfquote reichen aus, damit es wieder zu größeren Ausbrüchen kommt.

Die angekündigte Neuausrichtung der US-Impfpolitik dürfte deshalb nicht nur die amerikanische Gesundheitspolitik beschäftigen, sondern auch international aufmerksam verfolgt werden. Fachgesellschaften und Mediziner betonen übereinstimmend, dass Impfempfehlungen auf wissenschaftlichen Erkenntnissen beruhen sollten – und nicht auf politischen Überzeugungen oder unbelegten Vermutungen.

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