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Anschlagsplan in Wien: 15-jähriger IS-Anhänger zu Haftstrafe verurteilt

Clker-Free-Vector-Images / Pixabay

Ein 15-jähriger Jugendlicher ist vom Landgericht Wien zu zwei Jahren Haft verurteilt worden, weil er einen terroristischen Anschlag am Wiener Westbahnhof geplant hatte. Die Strafe wurde teilweise zur Bewährung ausgesetzt. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft hatte der Schüler vor, in diesem Sommer entweder mit einer Pistole um sich zu schießen oder eine Bombe zu zünden – mitten in einem der belebtesten Verkehrsknotenpunkte der österreichischen Hauptstadt. Der Anschlagsplan flog auf, nachdem das deutsche Bundeskriminalamt verdächtige Online-Aktivitäten gemeldet hatte. Im Februar wurde der Jugendliche schließlich festgenommen.

Im Prozess zeigte sich der junge IS-Anhänger geständig und reumütig. „Ich stehe immer zu meinen Fehlern“, sagte er laut der Nachrichtenagentur APA. Die Staatsanwaltschaft sprach von einem „traurigen Beispiel für Online-Radikalisierung, wie sie im Buche steht“.

Ermittlungen ergaben, dass der Schüler sich im Internet intensiv mit Propagandamaterial der Terrororganisation Islamischer Staat (IS) beschäftigte, Predigten extremistischer Prediger hörte und Inhalte in sozialen Netzwerken teilte. Bei einer Hausdurchsuchung wurde zudem eine Anleitung zur Herstellung von Sprengstoff gefunden.

Ein Motiv für seine Radikalisierung waren laut Anklage massive Mobbingerfahrungen in der Schule: Der Jugendliche soll als „Klassenkleinster“ immer wieder gehänselt und sogar in Toiletten eingesperrt worden sein.

Die Justiz betonte, dass trotz des jungen Alters des Angeklagten die Gefahr ernstzunehmen sei. Der Fall zeigt eindrücklich, wie schnell Jugendliche im digitalen Raum in extremistisches Gedankengut abgleiten können – und welche Folgen Ausgrenzung und Isolation im realen Leben haben können.

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