Ein Zwischenfall mit großem logistischem Aufwand ereignete sich am Wochenende nahe Wien: Rund 400 Passagiere des ICE 90 „Donauwalzer“ mussten nach einer technischen Panne aus einem Eisenbahntunnel evakuiert werden. Der Zug, der auf dem Weg von Wien nach Hamburg war, blieb laut den Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) wegen eines defekten Stromabnehmers im Tunnel liegen – und das für mehrere Stunden.
„Das Problem war der Zug, nicht der Tunnel“, erklärte ÖBB-Sprecher Klaus Baumgartner. Der Stromabnehmer – jener Teil, der die elektrische Verbindung zur Oberleitung herstellt – hatte versagt. Infolgedessen fiel die Stromversorgung des Zuges aus. Medienberichten zufolge saßen die Fahrgäste teils im Dunkeln und ohne Klimaanlage in dem liegengebliebenen Zug fest, während draußen die Temperaturen stiegen.
Die Rettung gestaltete sich aufwendig: Einsatzkräfte mussten den Zug in sicherem Tempo räumen und die Menschen aus dem Tunnel in bereitgestellte Ersatzzüge und Busse bringen. Trotz der belastenden Situation gab es laut ersten Informationen keine Verletzten – viele Passagiere reagierten besonnen, wenn auch erschöpft.
Der Vorfall wirft erneut ein Licht auf die Anfälligkeit moderner Hochgeschwindigkeitszüge bei technischen Defekten – insbesondere in sensiblen Bereichen wie Tunneln. Für die Fahrgäste wurde die geplante Reise durch Europa zu einer unfreiwilligen Geduldsprobe, an deren Ende immerhin eines stand: alle kamen wohlbehalten wieder ans Tageslicht.