Im Nürnberger Tiergarten eskaliert der Protest gegen die geplante Tötung gesunder Guinea-Paviane: Aktivistinnen und Aktivisten der Tierschutzorganisation Animal Rebellion haben sich vor dem Gehege der Primaten angekettet, um ein deutliches Zeichen zu setzen. Ihr Ziel: die sofortige Aussetzung der angekündigten Maßnahme – und ein Umdenken im Umgang mit Zootieren.
„Durch die geplante Paviantötung schafft der Tiergarten einen Präzedenzfall, der es weiteren Zoos ermöglichen wird, künftig nach Belieben gesunde Primaten zu töten“, kritisierte Emilia Schüler, Sprecherin von Animal Rebellion. Die Aktion ist Teil einer wachsenden Protestwelle, die weit über Nürnberg hinaus Wellen schlägt.
Hintergrund des Konflikts ist eine Entscheidung des Zoos aus dem Februar 2024: Damals wurde bekanntgegeben, dass mehrere Tiere aus der Guinea-Pavian-Gruppe getötet werden sollen. Die Begründung: Die Gruppe sei zu groß geworden, die soziale Struktur instabil – und die räumlichen Kapazitäten der Anlage erschöpft.
Für viele Tierschützer ist diese Entscheidung nicht hinnehmbar. Sie fordern Alternativen zur Tötung, wie etwa die Umsiedlung der Tiere in andere Einrichtungen oder die Erweiterung des Geheges. Der Tiergarten selbst betont, man habe intensiv nach Lösungen gesucht, doch keine passende Unterbringung gefunden.
Die Aktivisten kündigten an, ihren Protest notfalls über mehrere Tage fortzusetzen. Die Ketten sollen ein Symbol des Widerstands sein – gegen eine Praxis, die ihrer Meinung nach ethisch nicht zu rechtfertigen ist.
Der Fall wirft grundlegende Fragen über den ethischen Umgang mit Tieren in menschlicher Obhut auf – und darüber, wie Zoos mit natürlichen Reproduktionsprozessen umgehen, wenn die räumlichen Grenzen erreicht sind. Die Debatte dürfte noch lange nicht beendet sein.