Die Thüringer Finanzbehörden richten ihren Blick zunehmend auf die schillernde Welt der Social-Media-Stars. Wie eine Sprecherin des Finanzministeriums mitteilte, nehmen die Finanzämter derzeit verstärkt sogenannte Influencer mit großer Reichweite ins Visier – vor allem solche, die offenbar steuerpflichtige Einkünfte aus Werbung, Produktplatzierungen oder Kooperationen nicht korrekt angegeben haben.
Die Ermittlungen gestalten sich demnach oft schwierig: Viele Influencer agieren unter Künstler- oder Markennamen, was die Identifikation und Zuordnung zu realen Personen erschwert. „Bevor wir überhaupt prüfen können, müssen wir erst einmal wissen, wer hinter einem Account steckt“, so die Ministeriumssprecherin.
Der Vorstoß in Thüringen ist Teil eines bundesweiten Trends. Erst kürzlich wurde in Nordrhein-Westfalen bekannt, dass Influencer dort den Fiskus um geschätzte 300 Millionen Euro betrogen haben sollen. Infolgedessen wurden rund 200 Strafverfahren eingeleitet.
Die Behörden warnen: Auch digitale Einnahmen unterliegen dem Steuerrecht. Wer Geschenke, Werbeeinnahmen oder Sachleistungen verschweigt, macht sich strafbar – egal, wie glamourös der Instagram-Feed aussieht. Die Botschaft aus Thüringen ist klar: Auch Influencer stehen nicht über dem Gesetz.