Ein technischer Ausfall im Flugsicherungssystem hat am Samstag in Polen für erhebliche Störungen im Luftverkehr gesorgt. Wie ein Sprecher der polnischen Behörden der Nachrichtenagentur PAP bestätigte, kam es an mehreren Flughäfen zu Verzögerungen und Flugausfällen. Betroffen waren unter anderem Verbindungen in Warschau, Krakau und Danzig.
Die genaue Ursache für die Störung ist noch unklar. Nach Angaben der Nachrichtenagentur Reuters hat sich inzwischen auch der polnische Inlandsgeheimdienst (ABW) in die Untersuchungen eingeschaltet. Das Innenministerium bestätigte demnach, dass es Hinweise gebe, die den Verdacht auf Sabotage nahelegen. Weitere Einzelheiten wurden zunächst nicht veröffentlicht.
Die Situation führte zeitweise zu einer Unterbrechung der Kommunikation zwischen Kontrollzentralen und Flugzeugen im Luftraum – ein Szenario, das in der zivilen Luftfahrt höchst selten vorkommt und ernste Sicherheitsrisiken birgt. Dank Notfallprotokollen und internationaler Kooperation mit benachbarten Flugsicherungsdiensten konnten die betroffenen Maschinen jedoch sicher umgeleitet oder verspätet abgefertigt werden.
Die polnische Flugsicherungsbehörde PANSA kündigte an, die IT- und Kommunikationssysteme umfassend zu überprüfen. Auch externe Experten wurden hinzugezogen. Ob es sich bei dem Vorfall um eine technische Panne, einen gezielten Cyberangriff oder physische Sabotage handelt, soll in den kommenden Tagen geklärt werden.
Erst in den vergangenen Monaten hatte Polen – wie auch andere EU-Länder – wiederholt vor der Zunahme hybrider Bedrohungen gewarnt, darunter auch Angriffe auf kritische Infrastruktur. Die Beteiligung des Geheimdienstes zeigt, dass der Vorfall nicht als bloßer Systemfehler abgetan wird.