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Skandinavien schwitzt: Norwegen erlebt historische Hitzewelle

geralt (CC0), Pixabay

Was einst als meteorologische Ausnahme galt, ist nun Realität: Norwegen durchlebt eine der längsten und intensivsten Hitzewellen seiner Geschichte. Seit über einer Woche steigen die Temperaturen im Land täglich über die 30-Grad-Marke, vielerorts sogar ohne nächtliche Abkühlung. Selbst in Regionen nahe des Polarkreises werden „Tropennächte“ registriert – ein bislang fast unbekanntes Phänomen in Skandinavien.

Am heißesten war es bisher am Donnerstag mit 34,9 Grad in Frosta, unweit von Trondheim. Damit fehlte nur ein halbes Grad zum nationalen Hitzerekord von 35,6 Grad, der seit 1970 in Nesbyen Bestand hat. Auch Schweden und Finnland leiden derzeit unter der anhaltenden Gluthitze, die nach Prognosen frühestens am kommenden Wochenende nachlässt.

20 Stunden Sonne, kaum Abkühlung – und steigende Waldbrandgefahr

Verantwortlich für die extreme Wetterlage ist ein blockierendes Hochdruckgebiet über Skandinavien, das kühlere Atlantikluft vom Westen abschirmt. Dadurch herrschen sonnige Verhältnisse über teils 20 Stunden am Tag, was auch in den Nächten kaum für Abkühlung sorgt. Meerestemperaturen vor der norwegischen Küste sind derzeit bis zu fünf Grad höher als üblich – ein beispielloser Wert für die sonst kühlen Gewässer.

Zunehmend bedenklich ist auch die Waldbrandgefahr, besonders zwischen Trondheim und Bodo. Die anhaltende Trockenheit verwandelt Wälder und Heidelandschaften in gefährliche Zündflächen. Erste Warnungen wurden bereits ausgesprochen, Feuerverbote sind in Kraft.

Der Klimawandel zeigt Wirkung – auch im hohen Norden

Was diesen Sommer besonders alarmierend macht: Solche Hitzewellen sind längst kein Einzelfall mehr. Forschende beobachten eine Verdoppelung der Häufigkeit extremer Hitzeperioden in Norwegen im Vergleich zu den letzten 30 Jahren. Dabei betrifft die Hitze größere Landesteile als je zuvor – und das mit zunehmender Regelmäßigkeit.

Klimatolog:innen werten die aktuelle Entwicklung als ein weiteres deutliches Zeichen für den fortschreitenden Klimawandel. Ein Land, das einst für Gletscher, frische Fjordluft und Schneegarantie stand, rückt zunehmend in den Fokus globaler Erwärmung.

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