Was als idyllische Gondelfahrt durch die malerischen Kanäle Venedigs begann, endete in einer Tragödie – und in einem jahrelangen juristischen Kampf. Mehr als zehn Jahre nach dem Tod eines deutschen Touristen hat ein Berufungsgericht in der italienischen Lagunenstadt nun eine Entschädigung von vier Millionen Euro für seine Familie ausgesprochen. Das berichtete die Nachrichtenagentur Ansa unter Berufung auf italienische Justizkreise.
Ein tödlicher Moment inmitten der Romantik
Der tödliche Vorfall ereignete sich während eines Familienurlaubs in der weltberühmten Stadt der Brücken und Gondeln. Ein Vaporetto, ein öffentliches Wasserbus-Schiff, kollidierte mit der Gondel des deutschen Urlaubers. Der Mann wurde bei dem Aufprall zwischen dem großen Schiff und einem Pier eingeklemmt – und erlag seinen schweren Verletzungen noch am Unfallort. Augenzeugen und Familienangehörige erlebten das Unglück mit, das sich in Sekunden abspielte und ein Leben auslöschte.
Ein langer Kampf um Anerkennung
In erster Instanz war die Familie mit ihrer Klage noch leer ausgegangen – das Gericht hatte keine Verantwortlichkeit erkannt. Doch die Hinterbliebenen gaben nicht auf. Im Berufungsverfahren nun der Durchbruch: Das Berufungsgericht erkannte die Schuld an und sprach der Familie eine Entschädigung in Höhe von vier Millionen Euro zu. Damit wird nicht nur der immense emotionale Verlust gewürdigt, sondern auch die jahrelange Belastung durch den Kampf um Gerechtigkeit.
Venedig unter Beobachtung
Der Fall lenkt erneut den Blick auf die Sicherheitslage im stark frequentierten venezianischen Wasserstraßennetz. Immer wieder kommt es zu gefährlichen Situationen zwischen kleinen Gondeln und den großen, motorisierten Vaporetti. Kritiker fordern seit Langem klarere Verkehrsregeln und strengere Kontrollen – insbesondere in den engen Kanälen, wo Romantik und Realität gefährlich nah beieinanderliegen.