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Analyse des Jahresabschlusses 2024 der Cramoner Windpark GmbH & Co. KG – Finanzlage, Risiken und Bewertung aus Investorensicht

geralt (CC0), Pixabay

Bilanzanalyse

Die Bilanzsumme beträgt 232.847,90 EUR (Vorjahr: 216.569,77 EUR), was eine leichte Steigerung um etwa 7,5 % bedeutet.

  • Anlagevermögen: unverändert bei 2,50 EUR, was lediglich formale Restwerte für immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen darstellt. Das deutet darauf hin, dass die Windenergieanlagen und wesentliche Betriebsanlagen entweder nicht im Eigentum der Gesellschaft stehen oder bereits vollständig abgeschrieben sind.

  • Umlaufvermögen: liegt bei 232.845,40 EUR (Vorjahr: 216.567,27 EUR) und stellt damit fast die gesamte Aktivseite dar. Dies signalisiert, dass die Gesellschaft stark liquiditätsorientiert agiert, was typisch für Betreibergesellschaften ist, die bereits im Endstadium der Projektfinanzierung stehen.

    • Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände: 223.760,87 EUR, deutliche Dominanz innerhalb des Umlaufvermögens (96 %).

    • Bankguthaben: 9.084,53 EUR, leicht rückläufig gegenüber dem Vorjahr (13.743,69 EUR).

Passivseite

  • Eigenkapital: bleibt konstant bei 89.552,80 EUR. Auffällig ist, dass ausstehende Einlagen der Kommanditisten von 114.963,96 EUR bestehen. Diese offene Einlage bedeutet potenzielle Kapitalnachschusspflichten, die Liquidität sichern können, aber auch ein Indiz für nicht vollständig eingezahltes Kommanditkapital sind.

  • Rückstellungen: nahezu unverändert (87.850 EUR, Vorjahr: 87.650 EUR), wahrscheinlich für Wartung, Betriebsführung oder Rückbaukosten.

  • Verbindlichkeiten: sind auf 55.445,10 EUR gestiegen (Vorjahr: 39.366,97 EUR), alle mit einer Restlaufzeit unter einem Jahr. Dies könnte auf gestiegene kurzfristige Verpflichtungen gegenüber Dienstleistern oder Pachtverträgen hinweisen.

Bewertung aus Investorensicht

  • Positive Punkte:

    • Solide Liquiditätsbasis, Umlaufvermögen deckt kurzfristige Verbindlichkeiten vollständig.

    • Keine langfristigen Bankdarlehen → keine strukturellen Finanzierungsrisiken.

    • Stabile Rückstellungspolitik für künftige Verpflichtungen.

  • Risiken:

    • Eigenkapitalquote bei knapp 38 % – solide, aber durch offene Einlagen getrübt.

    • Kaum Sachwerte → die Ertragskraft hängt vermutlich von langfristigen Einspeiseerlösen oder Serviceverträgen ab.

    • Kein Hinweis auf aktive Stromproduktion oder Ertragslage (GuV fehlt) → potenziell geringe operative Tätigkeit.

Fazit

Die Gesellschaft scheint sich im Stadium der Verwaltung oder Projektabwicklung zu befinden, mit Fokus auf Forderungsmanagement und Rückstellungen. Für Anleger ist entscheidend, ob Forderungen werthaltig sind und ob künftig aus den Erträgen Ausschüttungen erfolgen können. Die unveränderten Eigenkapitalwerte und die fehlende operative Dynamik erfordern eine genaue Analyse der GuV sowie der Forderungsstruktur, bevor eine Investitionsentscheidung getroffen wird.

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