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Rost, Risse und Risiken: Atommüllfässer im Atlantik teils beschädigt

OpenClipart-Vectors (CC0), Pixabay

Sie stammen aus einer Zeit, als die Tiefsee noch als scheinbar unendliche Müllkippe galt: Im Nordostatlantik ruhen tausende Atommüllfässer auf dem Meeresgrund – jahrzehntelang vergessen, jetzt wieder im Fokus der Forschung.

Eine internationale Gruppe von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern hat bei einer vierwöchigen Expedition rund 3.350 dieser Fässer auf einer Fläche von 163 Quadratkilometern lokalisiert. Mit an Bord: der Tauchroboter „Ulyx“, ausgestattet mit Sonar, Kamera für 3D-Bilder und feinster Messtechnik.

Die ersten Ergebnisse sind alarmierend: Zahlreiche Fässer sind stark verrostet, einige verformt oder sogar aufgerissen. Auf manchen Fotos ist unbekanntes Material ausgetreten – nach ersten Analysen vermutlich Bitumen, ein Bindemittel, mit dem der Atommüll damals ummantelt wurde.

Erhöhte Radioaktivitätswerte haben die Forschenden bislang nicht gemessen. Doch Entwarnung wollen sie nicht geben: „Feine Radioaktivitätsmessungen im Labor an Sedimenten, Wasser und Fischen werden noch Monate dauern“, teilte die französische Forschungsorganisation CNRS mit.

Viele der gefundenen Fässer sind inzwischen überwachsen, etwa mit Anemonen – ein unheimliches Bild, das daran erinnert, dass sich der Meeresboden mit der Zeit alles einverleibt. Doch ob die Natur den radioaktiven Altlasten wirklich gewachsen ist, bleibt offen.

„Die Fässer waren damals nicht dafür gebaut, die Radioaktivität für immer einzuschließen“, erklärt Projektleiter Patrick Chardon. Zwar dürfte ein Großteil der Strahlung nach 300 bis 400 Jahren verschwinden, doch bis dahin könnten Leckagen das sensible Ökosystem des Westeuropäischen Beckens belasten.

Die Expedition zeigt, wie lange die Fehler der Vergangenheit noch nachwirken – und wie wichtig es ist, ihre Spuren wenigstens zu überwachen. Die Analyse der Proben wird Monate dauern – ihre Botschaft könnte Jahrzehnte nachhallen.

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