Dark Mode Light Mode

Katastrophale Überschwemmungen in Texas: Mehr als 110 Tote, über 170 Vermisste

geralt (CC0), Pixabay

Nach den schwersten Überschwemmungen in Texas seit über einem Jahrhundert ist das ganze Ausmaß der Katastrophe noch immer nicht vollständig erfasst. Offiziellen Angaben zufolge sind bisher mindestens 111 Menschen ums Leben gekommen, über 170 Personen werden vermisst, allein 161 davon im besonders betroffenen Kerr County.

Die Überschwemmungen wurden durch heftige Regenfälle ausgelöst, die ganze Flüsse über die Ufer treten ließen und Wohnhäuser, Campingplätze und Jugendfreizeiten zerstörten. Viele Betroffene wurden im Schlaf überrascht. Besonders tragisch war die Situation am Jugendcamp „Camp Mystic“, wo mehrere junge Teilnehmerinnen ums Leben kamen und zahlreiche Helfer ohne Kommunikationsmittel improvisieren mussten, um Kinder durch hüfthohes Wasser in Sicherheit zu bringen.

Zahlreiche bewegende Schicksale sind bekannt geworden, darunter das eines Kampfveteranen, der mit seiner Familie auf das Dach ihres Hauses flüchtete, und einer Mutter mit Kleinkind, deren Haus von den Fluten weggerissen wurde. Der Vater konnte nur eines der Kinder retten. Auch Schülerinnen und Lehrer, etwa aus Leander oder Humble, zählen zu den Todesopfern.

Ein massiver Kritikpunkt ist das unzureichende Warnsystem. Gouverneur Greg Abbott kündigte an, das Thema in einer Sondersitzung des Parlaments zu behandeln. Viele Anwohner beklagten jedoch, dass sie keine Warnungen erhielten – etwa weil Mobiltelefone ausgeschaltet oder Empfang schlecht war. Auch am Camp Mystic wurde auf Handys verzichtet, was zur verzögerten Reaktion beitrug.

Such- und Rettungsteams, darunter auch Helfer aus Mexiko und die Freiwilligenorganisation United Cajun Navy, sind weiterhin im Einsatz. Ein Sprecher der Organisation schätzt die tatsächliche Zahl der Vermissten auf bis zu 600 Personen.

Die politischen Reaktionen sind unterschiedlich. Während Senator Ted Cruz das Krisenmanagement lobte und auf parteiübergreifende Hilfsbereitschaft hinwies, forderten Angehörige der Opfer mehr Verantwortung und Transparenz von den Behörden. Auch die Kürzungen bei der Nationalen Wetterbehörde stehen zunehmend in der Kritik.

Der texanische Notfallmanagement-Chef Nim Kidd räumte ein, dass man über mögliche Überschwemmungen informiert war, jedoch nicht mit der „tsunamiartigen Wucht“ des Wassers gerechnet habe.

Es handelt sich um das tödlichste Hochwasser in Texas seit 1921. Damals kamen über 200 Menschen ums Leben.

Kommentar hinzufügen Kommentar hinzufügen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Previous Post

USAID äußerte schwere Bedenken – dennoch 30 Millionen US-Dollar für Hilfsorganisation in Gaza bewilligt

Next Post

Waldbrand bedroht Marseille – Flughafen geschlossen, Bevölkerung zur Vorsicht aufgerufen