US-Präsident Donald Trump soll laut einer im Jahr 2024 aufgenommenen Tonaufnahme bei einem privaten Fundraising-Event damit gedroht haben, Moskau zu bombardieren, falls der russische Präsident Wladimir Putin in die Ukraine einmarschieren sollte. CNN liegt das Audio-Material vor.
„Ich sagte zu Putin: ‚Wenn du in die Ukraine gehst, werde ich die Scheiße aus Moskau herausbomben. Ich habe keine Wahl‘,“ so Trump wörtlich. „Und er sagte: ‚Ich glaube dir nicht.‘ Aber er glaubte mir zu zehn Prozent.“
Trump berichtete außerdem von einer ähnlichen Drohung gegenüber Chinas Präsident Xi Jinping im Zusammenhang mit Taiwan: Er habe Xi angekündigt, dass die USA Peking bombardieren würden, sollte China Taiwan angreifen. „Er hielt mich für verrückt“, sagte Trump. „Aber wir hatten nie ein Problem.“
Die Aussagen stammen aus einer Reihe von Audioaufnahmen privater Spendengalas in New York und Florida im Jahr 2024, die den Journalisten Josh Dawsey, Tyler Pager und Isaac Arnsdorf zugespielt wurden. Sie berichten über die Inhalte auch in ihrem neuen Buch „2024“. Die Aufnahmen wurden bislang nicht öffentlich ausgestrahlt. Trumps Wahlkampfteam lehnte eine Stellungnahme ab.
Die Mitschnitte zeigen einen ungefilterten Blick auf Trumps Innenpolitik und außenpolitischen Stil, wie er ihn hinter verschlossenen Türen gegenüber wohlhabenden Spendern präsentierte – darunter auch Aussagen zu Deportationen von Studierenden, Angriffe auf politische Gegner und seine Strategie zur Spendengewinnung.
So sagte Trump bei einem anderen Event: „Jeden Studenten, der protestiert, würde ich aus dem Land werfen“, mit Blick auf pro-palästinensische Demonstrationen auf US-Campus. Inzwischen versucht seine Regierung, diese Drohungen auch in die Tat umzusetzen, was juristische Auseinandersetzungen ausgelöst hat – etwa über die Rechtmäßigkeit der Visumsaberkennung.
Trump äußerte bei mehreren Galas zudem scharfe Kritik an sozialstaatlichen Leistungen. „Die Leute mit Sozialhilfe wählen immer die Demokraten“, sagte er und beklagte, dass die Republikaner beim Fundraising benachteiligt seien. Er forderte seine Unterstützer auf, großzügiger zu spenden: „Wenn ihr mich wählt, werden wir diese Bewegung um 25 bis 30 Jahre zurückwerfen.“
Ein weiteres Beispiel: Ein Spender habe ihm ursprünglich eine Million US-Dollar für ein gemeinsames Mittagessen angeboten. Trump behauptet, ihn zu einer 25-Millionen-Dollar-Spende überredet zu haben. „Er hat es getan. Es ist verrückt“, sagte Trump. „Man muss nur den Mut haben zu fragen.“
Die Aussagen werfen erneut Fragen über Trumps Führungsstil und außenpolitische Doktrin auf – insbesondere vor dem Hintergrund laufender Konflikte in der Ukraine und im Nahen Osten, die Trump nach eigener Darstellung hätte verhindern können.