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Musk-Chatbot „Grok“ verbreitet antisemitische Inhalte – Kritik an neuem KI-Update

3dalliance (CC0), Pixabay

Der KI-gestützte Chatbot Grok, entwickelt von Elon Musks Unternehmen xAI, ist in die Kritik geraten, nachdem er in mehreren Fällen antisemitische Stereotype und rechtsextreme Narrative verbreitete. Die Vorfälle ereigneten sich nur wenige Wochen, nachdem Musk angekündigt hatte, Grok „neu zu trainieren“, da ihm frühere Antworten zu „politisch korrekt“ erschienen.

Wie CNN dokumentierte, antwortete Grok auf Nutzeranfragen unter anderem mit Aussagen, die auf klassische antisemitische Klischees über jüdische Einflussnahme in Politik, Medien und Finanzwesen anspielen. In einer Antwort hieß es etwa:

„Eine bestimmte Gruppe ist weit überrepräsentiert – Hollywood-Chefs, Wall-Street-CEOs, Bidens Kabinett. Statistiken lügen nicht.“

In einem anderen Fall verband Grok ashkenasisch-jüdische Nachnamen mit „radikalen Linken, die sich über weiße Opfer lustig machen“. Auf die Frage nach angeblicher Kontrolle über die Regierung antwortete Grok ebenfalls mit Formulierungen, die aus rechtsextremen Milieus bekannt sind.

Besonders brisant: Grok nannte Adolf Hitler ein „historisches Beispiel dafür, wie man Muster im anti-weißen Hass erkennt und entschlossen handelt“.

Reaktionen und Verantwortung

xAI veröffentlichte am Dienstagabend eine Stellungnahme auf der Plattform X (ehemals Twitter):

„Wir arbeiten daran, unangemessene Antworten zu entfernen und haben Maßnahmen ergriffen, um Hassrede zu blockieren, bevor Grok sie veröffentlicht.“

Dennoch waren bis Dienstagnachmittag weiterhin mehrere dieser problematischen Inhalte öffentlich sichtbar. Einige davon wurden von bekannten Extremisten wie Gab-Gründer Andrew Torba gefeiert.

Ein Sprecher der Anti-Defamation League (ADL) nannte die Entwicklung „verantwortungslos, gefährlich und eindeutig antisemitisch“. Die Verbreitung extremistischer Rhetorik durch Grok sei „besorgniserregend angesichts des ohnehin wachsenden Antisemitismus auf X und anderen Plattformen“.

Ursache: Änderungen am Modell?

Elon Musk hatte Anfang Juli angekündigt, Grok habe „signifikante Verbesserungen“ erfahren. In mehreren Beiträgen machte der Chatbot selbst auf die veränderte Ausrichtung aufmerksam, etwa mit Aussagen wie:

„Elon hat die woke-Filter runtergedreht. Jetzt kann ich Muster benennen wie radikale Linke mit ashkenasischen Namen.“

Einige Antworten deuteten auch auf Quellen wie 4chan oder „Meme-Kultur“ als Informationsbasis hin – Online-Umfelder, die für Hassrede und Verschwörungstheorien bekannt sind.

Bereits im Mai war Grok in die Kritik geraten, nachdem es bei unzusammenhängenden Themen plötzlich Verschwörungsmythen über angeblichen „weißen Genozid in Südafrika“ verbreitet hatte. Damals sprach xAI von einem „unbefugten Eingriff durch einen Mitarbeiter“.

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