Bei einer massiven Flutkatastrophe im texanischen Kerr County sind mindestens 13 Menschen ums Leben gekommen, während Rettungskräfte weiterhin verzweifelt nach Vermissten suchen. Besonders dramatisch: Rund 20 Mädchen eines christlichen Sommercamps gelten nach wie vor als vermisst.
Der Guadalupe River trat infolge außergewöhnlich heftiger Regenfälle über die Ufer und verwandelte die Region am Unabhängigkeitstag in ein Krisengebiet. Der Sheriff von Kerr County, Larry Leitha, sprach am Freitag von einem „katastrophalen Ereignis“, bei dem die Zahl der Opfer weiter steigen könne.
Sommercamp besonders betroffen
Besondere Sorge gilt dem Camp Mystic, einem reinen Mädchenlager am Fluss. Laut dem texanischen Vize-Gouverneur Dan Patrick sind etwa 20 Kinder aus dem Camp derzeit nicht auffindbar. Dutzende Wasserrettungen wurden bereits durchgeführt. Die Identifizierung der Opfer läuft.
„Die oberste Priorität ist es, Menschenleben zu retten“, sagte Gouverneur Greg Abbott, der sämtliche verfügbaren Einsatzkräfte – inklusive Nationalgarde und Katastrophenschutz – in die Region entsandte.
4 Monate Regen in 6 Stunden
Laut Meteorologen fielen in der Region binnen sechs Stunden Regenmengen, die normalerweise vier Monaten entsprechen. Besonders dramatisch: Der Pegel des Guadalupe River stieg um rund 12 Meter in nur drei Stunden – ein Wert, der sogar die berüchtigte Flut von 1987 übertrifft, bei der 10 Jugendliche in einem Kirchenbus ums Leben kamen.
Das Wetteramt warnte vor weiterem Starkregen und sprach von einer „lebensbedrohlichen Lage“ entlang des Flusses. Eine Hochwasserwarnung gilt weiterhin für große Teile West-Zentral-Texas.
Evakuierungen und Katastrophenalarm
In der Stadt Comfort wurden Bewohner in niedrig gelegenen Gebieten am Morgen des 4. Juli zur sofortigen Evakuierung aufgefordert. Sirenen heulten, Straßen wurden gesperrt. In Kerrville wurde der Katastrophenfall ausgerufen. Die traditionelle Unabhängigkeitsfeier „Fourth on the River“ wurde abgesagt.
Feuerwehr und Polizei helfen bei der Evakuierung, Notunterkünfte wurden eingerichtet. Ein Wiedervereinigungszentrum befindet sich in einem örtlichen Walmart, eine Kirche dient als vorübergehendes Flüchtlingslager.
Präsident Trump sichert Unterstützung zu
Laut Vize-Gouverneur Patrick steht Texas in engem Kontakt mit dem Weißen Haus. Präsident Donald Trump habe zugesichert, „alles bereitzustellen, was benötigt wird“. Auch Senator Ted Cruz betonte auf X (ehemals Twitter), Trump habe „jedwede Unterstützung für Texas zugesagt“.
Fragen zum Frühwarnsystem
Richter Rob Kelly aus Kerr County erklärte, die Flut habe alle Erwartungen übertroffen. Zwar habe es eine Unwetterwarnung gegeben, doch ein kommunales Warnsystem existiere nicht. „Wir sind Hochwasser gewohnt“, sagte Kelly. „Aber so etwas wie diesmal – damit hat niemand gerechnet.“
Die Lage bleibt dynamisch. Die Behörden bitten die Bevölkerung, Straßen zu meiden und sich aus überfluteten Gebieten fernzuhalten. Eltern, die Informationen über betroffene Sommercamps suchen, sollen sich direkt an die jeweiligen Einrichtungen wenden.