Die Windpark Handewitt-West GmbH & Co. KG legte für das Geschäftsjahr 2024 einen überzeugenden Jahresabschluss vor und zeigt sich trotz laufender Ausbau- und Finanzierungsmaßnahmen wirtschaftlich stabil. Ein Jahresüberschuss von rund 1,23 Mio. Euro, ein gestiegener Kapitalanteil der Kommanditisten durch Bürgerbeteiligung sowie ein bilanziertes Gesamtvolumen von über 31,7 Mio. Euro markieren ein solides Fundament – auch wenn hohe Kreditverbindlichkeiten weiter dominieren.
Investitionsphase mit Wirkung: Volle Inbetriebnahme 2023, laufender Ausbau 2024
Die Gesellschaft betreibt insgesamt sieben Windenergieanlagen des Typs ENERCON E-138 EP3 E2 mit jeweils 4,2 MW Nennleistung. Diese wurden zwischen dem 12. und 22. Mai 2023 in Betrieb genommen. Im laufenden Jahr befindet sich zudem der Bau eines Umspannwerks in Planung, das Investitionsvolumen des Gesamtprojekts liegt bei rund 35 Mio. Euro.
Erfolgreiche Bürgerbeteiligung stärkt Eigenkapitalbasis
Im Zuge eines von der BaFin genehmigten Verkaufsprospekts konnten 86 neue Kommanditisten mit einer Gesamteinlage von 712.000 Euro gewonnen werden. Das Eigenkapital stieg dadurch auf 3,39 Mio. Euro (Vorjahr: 2,68 Mio. Euro). Für Anleger ist diese breite Kapitalbasis im Sinne einer Risikostreuung ein positives Signal.
Höhere Abschreibungen und dennoch positives Betriebsergebnis
Das Rohergebnis stieg im Vergleich zum Vorjahr auf über 4,19 Mio. Euro. Aufgrund der vollständigen Inbetriebnahme aller sieben Anlagen erhöhten sich die planmäßigen Abschreibungen von 735.000 Euro auf rund 1,86 Mio. Euro. Dennoch konnte die Gesellschaft ihr Ergebnis nach Steuern auf 1,23 Mio. Euro steigern (Vorjahr: 912.818 Euro).
Verschuldungsgrad bleibt hoch – aber zweckgebunden
Ein großer Teil der Bilanzsumme entfällt auf langfristige Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten (rund 26,1 Mio. Euro). Die Finanzierung ist projektgebunden und abgesichert, mit einer Laufzeit von über fünf Jahren. Die hohe Verschuldung ist vor dem Hintergrund der Anlagenerrichtung und künftigen Stromerlöse ein klassischer Bestandteil projektfinanzierter Windparks. Dennoch bleibt die Überwachung der Tilgungsfähigkeit aus Investorensicht essenziell.
Ertragslage und Kapitalstruktur: nachhaltig und stabil
Die Windkraftanlage erzielte Einnahmen über EEG-Vergütung und Direktvermarktung. Forderungen gegenüber Energieabnehmern (ca. 1,42 Mio. Euro) und ein hoher Kassenbestand (2,93 Mio. Euro) untermauern die kurzfristige Liquidität. Auch Rückstellungen und passive latente Steuern wurden korrekt bilanziert.
Fazit für Anlegerinnen und Anleger: Attraktive Ertragsperspektive bei anhaltender Investitionsdisziplin
Die Windpark Handewitt-West GmbH & Co. KG bietet ein insgesamt positives Bild: Hohe Sachanlagen, steigende Umsätze, erfolgreich umgesetzte Bürgerbeteiligung und ein nachweislich geprüfter und testierter Jahresabschluss stärken das Vertrauen. Die solide Kapitalstruktur erlaubt nachhaltige Erträge bei kalkulierbarem Risiko. Gleichwohl sollten Anleger das Projekt weiterhin aufmerksam beobachten – insbesondere hinsichtlich des Umspannwerks und der weiteren Entwicklung der Verschuldung.
Für Kapitalgeber mit Fokus auf erneuerbare Energien und planbare Ausschüttungen könnte sich die Beteiligung an diesem Windpark als langfristig sinnvoll erweisen.