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Frankreich verhängt 40-Millionen-Euro-Strafe gegen Billig-Onlinehändler Shein wegen irreführender Rabattaktionen

cbr600det (CC0), Pixabay

Der international tätige Billig-Onlinehändler Shein, mit Hauptsitz in Singapur, ist von den französischen Behörden mit einer empfindlichen Geldstrafe in Höhe von 40 Millionen Euro belegt worden. Wie das französische Wirtschaftsministerium in Paris mitteilte, wurde das Unternehmen wegen unlauterer und irreführender Geschäftspraktiken zur Rechenschaft gezogen – insbesondere im Zusammenhang mit künstlich aufgeblähten Preisnachlässen.

Kern des Vorwurfs ist eine systematische Manipulation von Preisangaben vor Werbeaktionen. Nach Erkenntnissen der französischen Wettbewerbs- und Betrugsbekämpfungsbehörde (DGCCRF) habe Shein regelmäßig die Preise seiner Produkte kurz vor Rabattkampagnen angehoben, um anschließend scheinbar großzügige Preisnachlässe zu bewerben. Verbraucherinnen und Verbraucher wurden dadurch in dem Glauben gelassen, besonders günstige Angebote zu erhalten – obwohl es sich oft nicht um tatsächliche Vergünstigungen handelte.

Eine umfassende Untersuchung der Preisgestaltung tausender Artikel auf der Shein-Plattform zeigte, dass in drei von vier Fällen (75 Prozent) keinerlei effektive Preissenkung vorlag. In rund 11 Prozent der untersuchten Fälle waren die Produkte nach Anwendung des vermeintlichen Rabatts sogar teurer als zuvor. Nur ein geringer Anteil der Angebote entsprach tatsächlich dem beworbenen Rabatt.

Die französischen Behörden sehen in diesem Verhalten einen klaren Verstoß gegen das Wettbewerbsrecht sowie gegen die Transparenzpflichten im Onlinehandel. Die Geldstrafe gilt als eine der höchsten, die jemals in Frankreich gegen einen ausländischen Onlinehändler verhängt wurde, und ist ein deutliches Signal an andere Plattformen, sich an faire und transparente Geschäftspraktiken zu halten.

Shein steht bereits seit Längerem wegen seines Geschäftsmodells, seiner Umweltbilanz und möglicher Ausbeutung in der Produktionskette international in der Kritik. Die aktuelle Strafe dürfte den Druck auf das Unternehmen weiter erhöhen, seine Praktiken zu überdenken und transparenter zu agieren.

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