Im Jahr 2024 wurden in Deutschland rund 129.300 Ehen geschieden, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilte. Das entspricht einem leichten Anstieg von 0,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. 2023 hatte Deutschland mit der niedrigsten Scheidungszahl seit der Wiedervereinigung einen historischen Tiefstand erreicht. Der aktuelle Anstieg bedeutet also keine Trendwende, sondern eher eine Stabilisierung auf niedrigem Niveau.
Durchschnittlich fast 15 Jahre verheiratet
Die Daten zeigen, dass Ehen in Deutschland durchschnittlich 14 Jahre und 8 Monate halten, bevor sie geschieden werden. Das unterstreicht, dass viele Paare nicht vorschnell, sondern erst nach längerer Zeit den Schritt zur Trennung gehen.
Bemerkenswert ist auch: Rund 21.200 Scheidungen, also 16,4 Prozent, betrafen Paare, die mindestens 25 Jahre verheiratet waren – also im Jahr der Silberhochzeit oder später. Diese Zahl macht deutlich, dass auch langjährige Ehen nicht vor einer Trennung gefeit sind, sei es durch persönliche Veränderungen, neue Lebensphasen oder gesundheitliche Belastungen.
Langfristiger Rückgang – aber nicht das Ende der Scheidung
Trotz des minimalen Anstiegs bleibt die Scheidungsrate langfristig rückläufig. Noch vor zehn Jahren lag die Zahl der jährlichen Scheidungen deutlich höher. Gründe für den Rückgang sind unter anderem:
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ein verändertes Heiratsverhalten,
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eine steigende Bedeutung von Partnerschaften ohne Trauschein,
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und möglicherweise auch eine größere Sorgfalt bei der Partnerwahl.
Fazit
Die aktuellen Zahlen zeigen, dass die Ehe in Deutschland nach wie vor ein stabiles Modell ist – aber keineswegs ein Garant für lebenslange Partnerschaft. Besonders auffällig ist der Anteil langjähriger Ehen unter den Scheidungen. Für Beratungsstellen, Familiengerichte und das soziale Umfeld bleiben Trennungen nach vielen gemeinsamen Jahren eine besondere Herausforderung.