Nach mehr als 17 Monaten auf der Flucht ist Jose Adolfo Macias Villamar, besser bekannt unter dem Spitznamen „Fito“, erneut in die Hände der Justiz gelangt. Der 45-jährige Anführer der berüchtigten ecuadorianischen Verbrecherorganisation Los Choneros war im Januar 2023 spektakulär aus einem Hochsicherheitsgefängnis entkommen – und hatte sich seither dem Zugriff der Behörden entzogen. Nun wurde er bei einer großangelegten Operation in der Küstenstadt Manta, seiner Heimatstadt, verhaftet.
Wie Präsident Daniel Noboa am Donnerstag mitteilte, wurde der Drogenboss im Rahmen eines koordinierten Einsatzes von Spezialeinheiten der Polizei und des Militärs in einem unterirdischen Bunker aufgespürt und festgenommen. Medienberichten zufolge spielte dabei ein kurioser Zufall eine Rolle: Fitos dreijährige Tochter soll unabsichtlich den entscheidenden Hinweis auf das Versteck ihres Vaters geliefert haben.
Macias Villamar gilt als einer der zentralen Akteure im lateinamerikanischen Drogenhandel. Seine Organisation Los Choneros ist eng mit mexikanischen Kartellen vernetzt und steht im Verdacht, einen erheblichen Teil des Kokainexports aus Ecuador Richtung USA und Europa zu kontrollieren. Die Gruppe gilt zugleich als hochgewalttätig und ist maßgeblich für die Eskalation der organisierten Kriminalität im Land verantwortlich.
Nach seiner Verhaftung wurde Fito umgehend in ein sicheres Gefängnis verlegt. Die ecuadorianischen Behörden erklärten, man werde eng mit den USA kooperieren, um die Auslieferung des Bandenchefs voranzutreiben. In New York wird er wegen umfangreicher Drogen- und Waffendelikte strafrechtlich verfolgt. Die US-Justiz hat bereits 2023 einen internationalen Haftbefehl gegen ihn erlassen.
Die US-Botschaft in Quito reagierte mit Lob auf den Fahndungserfolg: „Die Vereinigten Staaten gratulieren Ecuador zu diesem bedeutenden Schritt im Kampf gegen die organisierte Kriminalität. Unsere Zusammenarbeit wird fortgesetzt – für mehr Sicherheit in der Region.“ Präsident Noboa betonte in seiner Ansprache, dass die Festnahme ein starkes Signal sei: „Niemand steht über dem Gesetz – auch nicht die mächtigsten Kriminellen unseres Landes.“
Die Rückkehr Fitos in staatlichen Gewahrsam ist ein Prestigeerfolg für Ecuadors angeschlagene Sicherheitsbehörden – und könnte das kriminelle Gleichgewicht im Land empfindlich stören. Experten warnen jedoch, dass die Machtstruktur innerhalb der Bandenlandschaft instabil bleibt und neue Gewaltwellen ausbrechen könnten. Ein nachhaltiger Erfolg gegen das organisierte Verbrechen werde nur durch langfristige Strafverfolgung, internationale Zusammenarbeit und strukturelle Reformen möglich sein.