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Vom Double ins Desaster: Celestini auf direktem Weg ins sportliche Sibirien

geralt (CC0), Pixabay

Es hätte so schön weitergehen können. Fabio Celestini, Basels Wundercoach, Heilsbringer und Schalträger aus Leidenschaft, feierte noch vor Kurzem das seltene Double aus Meisterschaft und Cup. Und jetzt? Sitzt er – kaum dass die Pokale entstaubt sind – mit identisch rotblauem Schal auf einem russischen Trainingsgelände und erklärt mit auswendig gelernten Phrasen, wie „herausfordernd und spannend“ das alles sei.

Die Destination seines Abenteuers: ZSKA Moskau. Nicht zu verwechseln mit einem gewöhnlichen Fußballverein – sondern traditionell dem russischen Militär nahestehend, also irgendwo zwischen Verteidigungsministerium und Stadionrasen angesiedelt. Kein Wunder, dass Celestinis überraschender Schritt von vielen als moralisches Eigentor der Extraklasse gewertet wird.

„Ich wollte Trophäen gewinnen“, erklärt Celestini – offenbar ohne zu bemerken, dass europäische Titel mit ZSKA derzeit etwa so realistisch sind wie ein Greenpeace-Büro im Kreml.

Die UEFA hat russische Clubs längst aus dem europäischen Wettbewerb verbannt. Doch das scheint dem ambitionierten Coach egal – vielleicht hofft er auf Pokale aus Messing, Gravur auf Kyrillisch inklusive. Währenddessen diskutiert das Schweizer Netzvolk eifrig über die passende Tätowierungs-Korrektur: Vom Che Guevara direkt zum Wappen des Verteidigungsministeriums? Oder doch lieber ein sibirischer Bär mit Goldzahn?

Die Empörung ist jedenfalls gewaltig: Von „Charakterlosigkeit“ über „Landesverrat“ bis zu „Passentzug“ ist alles dabei – die Empörungsschweizer laufen zur Hochform auf. Selbst die NZZ, sonst ein Bollwerk kühler Zurückhaltung, nennt den Wechsel „zweifelhaft“. Der „Tagesanzeiger“ hingegen diagnostiziert schonungslos: „Moralischer Totalausfall auf ganzer Linie.“

Und Celestini? Der posiert tapfer weiter mit Schal – den in Basel emotional aufgeladenen Fanartikel gibt’s jetzt in russischer Ausführung, nur mit ein wenig mehr staatlichem Beigeschmack. Dass er kein Russisch spricht, stört niemanden: Fußball ist schließlich eine Weltsprache. Und Loyalität? Nur optional.


Fazit:
Fabio Celestini ist in Russland angekommen – zumindest geografisch. Moralisch, emotional und sportlich bleibt offen, wohin diese Reise führt. Vielleicht ist der rotblaue Schal das Einzige, das ihn noch an Basel erinnert. Ob er bald statt Pokalen nur Propagandaphrasen stemmt, bleibt abzuwarten. Aber immerhin hat er jetzt eine neue „Herausforderung“.

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