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Grüne drängen auf Fortsetzung des Kulturpasses für 18-Jährige – Finanzierung weiter unklar

Mohamed_hassan (CC0), Pixabay

Die Grünen setzen sich für eine Fortführung des Kulturpasses ein, der 18-Jährigen einen staatlich finanzierten Zugang zu kulturellen Angeboten ermöglicht. Dabei geht es um ein Guthaben von 100 Euro pro Person, das für Besuche in Kino, Theater, Museen, Konzerten oder den Kauf von Büchern genutzt werden kann. Wie die stellvertretende Fraktionsvorsitzende Misbah Khan betonte, sei das Projekt besonders für Jugendliche aus einkommensschwachen Familien ein wertvoller Beitrag zur Teilhabe an Kunst und Kultur.

„Der Kulturpass öffnet jungen Menschen Türen, die sonst verschlossen bleiben würden – insbesondere denen, die sich Tickets und Eintrittspreise nicht einfach leisten können“, erklärte Khan. Gerade nach den pandemiebedingten Einschränkungen und in einer Zeit zunehmender sozialer Ungleichheit sei kulturelle Teilhabe ein wichtiges Signal der Wertschätzung an die junge Generation.

Finanzierung auf der Kippe – Bundeshaushalt noch nicht beschlossen

Ob und wie das Projekt im laufenden Jahr fortgeführt werden kann, ist derzeit jedoch offen. Denn bislang wurde kein Bundeshaushalt für 2025 verabschiedet. Eine konkrete Mittelfreigabe für den Kulturpass fehlt somit noch. In den bevorstehenden Haushaltsverhandlungen müsse laut Khan geprüft werden, wie das Angebot auch künftig gesichert werden könne.

Im vergangenen Jahr war der Kulturpass mit einem Budget von rund 100 Millionen Euro an den Start gegangen und wurde von über 18-Jährigen in ganz Deutschland genutzt. Über eine eigens eingerichtete App konnten Jugendliche ihr Guthaben freischalten und Kulturangebote in ihrer Umgebung buchen oder Produkte erwerben. Mehr als eine Million junge Menschen haben sich laut Angaben der Bundesregierung bisher registriert.

Bedeutung für Kulturschaffende und lokale Anbieter

Nicht nur für Jugendliche, auch für lokale Kultureinrichtungen, Buchhandlungen und Veranstalter brachte der Kulturpass positive Effekte. Viele Kulturbetriebe verzeichneten durch das Projekt eine steigende Nachfrage und neue Zielgruppen. Angesichts der angespannten Lage in der Kulturlandschaft – bedingt durch Inflation, Energiepreise und rückläufige Besucherzahlen – sehen Verbände in der Fortführung des Kulturpasses auch eine wirtschaftliche Unterstützung für den Kultursektor.

Grüne: Kultur darf kein Luxus sein

Die Grünen machen sich daher stark für die Verstetigung des Angebots. „Kultur darf kein Privileg für wenige sein“, betonte Misbah Khan. Der Kulturpass sei ein konkreter Beitrag zur Chancengleichheit und kulturellen Bildung, der Jugendlichen nicht nur den Zugang zu Veranstaltungen ermögliche, sondern auch das Interesse an Kultur langfristig stärken könne.

Ob das Projekt im Haushaltsplan für 2025 berücksichtigt wird, hängt nun vom weiteren Verlauf der Haushaltsverhandlungen ab. Eine endgültige Entscheidung wird im Laufe der nächsten Wochen erwartet.

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