Im US-Bundesstaat West Virginia im Nordosten der USA haben am Wochenende plötzliche und heftige Regenfälle zu dramatischen Überschwemmungen geführt. Besonders betroffen waren der Landkreis Ohio County und die Stadt Wheeling, wo es am Samstagabend innerhalb kürzester Zeit zu Sturzfluten kam. Die Behörden sprechen von einer extremen Wetterlage: Innerhalb von nur 30 Minuten fielen zwischen sechs und zehn Zentimeter Regen – eine ungewöhnlich hohe Menge in so kurzer Zeit.
Die Wassermassen überfluteten Straßen, rissen Autos mit sich, drangen in Häuser ein und führten zu lebensgefährlichen Situationen. Nach Angaben der örtlichen Feuerwehr kamen mindestens fünf Menschen ums Leben. Drei weitere Personen gelten derzeit als vermisst. Die genaue Zahl der Verletzten ist noch nicht bekannt. Auch die genaue Zahl der beschädigten oder zerstörten Häuser wird derzeit noch erfasst.
In der Umgebung von Wheeling und in anderen Teilen von Ohio County liefen zahlreiche Rettungseinsätze. Menschen mussten aus überfluteten Kellern und eingeschlossenen Fahrzeugen gerettet werden. Viele Straßen sind unpassierbar. Auch die Stromversorgung ist stellenweise unterbrochen, weil Wasser in Umspannwerke und Leitungen eingedrungen ist.
Am Sonntagmittag kam es dann auch im benachbarten Marion County, südlich von Ohio County, zu erneuten Überschwemmungen. Auch dort fielen innerhalb kurzer Zeit große Mengen Regen, sodass Bäche und Flüsse über die Ufer traten.
Die Einsatzkräfte sind rund um die Uhr im Einsatz. Mit Drohnen, Suchhunden und speziell ausgebildeten Fluthelfern wird nach den Vermissten gesucht. Feuerwehr, Polizei, Nationalgarde und freiwillige Helfer arbeiten eng zusammen, um Menschen zu retten, Schäden zu dokumentieren und gefährdete Bereiche zu sichern.
Die Behörden warnen weiterhin vor möglichen weiteren Regenfällen, die in den nächsten Tagen folgen könnten. Die Böden sind bereits stark durchnässt, sodass auch kleinere Regenschauer erneut gefährlich werden könnten.
Menschen in den betroffenen Gebieten werden eindringlich gebeten:
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sich aus überschwemmten Bereichen fernzuhalten,
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nicht durch überflutete Straßen zu fahren oder zu gehen,
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auf offizielle Warnungen zu achten,
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und bei Gefahr sofort den Notruf zu wählen.
US-Präsident Joe Biden wurde über die Lage informiert. Es ist möglich, dass der Bundesstaat in den kommenden Tagen den Katastrophenfall ausruft, um zusätzliche Hilfe und Fördermittel zu erhalten.
Erste Bilder aus der Region zeigen vollgelaufene Häuser, zerstörte Straßen, weggespülte Fahrzeuge und erschöpfte Rettungskräfte bei ihrer Arbeit. Besonders tragisch: Einige Opfer wurden offenbar in ihren Häusern vom Wasser überrascht, ohne rechtzeitig fliehen zu können.
Wie hoch die Sachschäden genau sind, lässt sich noch nicht sagen. Klar ist aber: West Virginia erlebt derzeit eine der schlimmsten Überschwemmungen seit Jahren. Die Region wird lange brauchen, um sich von dieser Naturkatastrophe zu erholen.