Im Pride Month setzt die LGBTQ-Community europaweit Zeichen – doch nicht überall ist die rechtliche Gleichstellung auf Kurs. Der neue Regenbogenindex von ILGA-Europe zeigt ein gemischtes Bild: Fortschritte etwa in Österreich, Belgien und Polen – aber auch Rückschritte, vor allem in Ungarn, Großbritannien und Georgien.
Österreich verbessert sich
Mit Platz 16 und vier Rängen Verbesserung erreicht Österreich sein bisher bestes Ergebnis. Grund ist eine Gesetzesänderung von 2024, die erstmals auch nicht binäre Personen ins Gleichbehandlungsgesetz aufnahm – wenn auch eher versehentlich. Kritik gibt es weiterhin beim Schutz vor Hassverbrechen und in der Anerkennung für Trans- und Interpersonen.
Polen überrascht positiv
Polen klettert im Ranking, nachdem „LGBTQ-freie Zonen“ aufgehoben wurden. Dennoch gibt es Sorgen über mögliche Rückschritte unter dem neuen Präsidenten Nawrocki.
Deutschland unter den Top 10
Mit dem neuen Selbstbestimmungsgesetz landet Deutschland auf Platz 8 – so gut wie nie zuvor. Auch Tschechien und die Niederlande werden für Verbesserungen gelobt.
Europa zwischen Gleichstellung und Rückschritt
Malta führt erneut mit 89 Prozent, Schlusslicht bleibt Russland mit nur zwei Prozent. Die ILGA warnt: Einschränkungen bei LGBTQ-Rechten gehen oft mit einer Aushöhlung demokratischer Grundrechte einher.
Österreichs Baustellen bleiben
Ein Verbot von „Konversionstherapien“ und mehr Schutz für intergeschlechtliche Minderjährige sind zwar geplant, doch eine umfassende Reform des Gleichbehandlungsgesetzes fehlt. Positiv: Der Entschädigungsfonds für ehemals verfolgte LGBTQ-Personen ist angelaufen.