Ein mit hunderten Swarovski-Kristallen verzierter Designerstuhl des Künstlers Nicola Bolla wurde in Verona Opfer einer – sagen wir mal – sehr körperbetonten Kunstbetrachtung. Im Palazzo Maffei kam es zur seltenen Verbindung von Tourismus, Schwerelosigkeit und Schwerkraft: Ein Tourist setzte sich mit voller Hingabe auf das filigrane Kunstwerk. Der Stuhl – ganz Diva – zerbrach dramatisch unter dem plötzlichen Gewicht der Wertschätzung.
Wie das Museum selbst in einem Video zeigt, inszenierten der Mann und seine Begleitung die Aktion wie ein Heist-Movie auf Arte: Sie warteten, bis das Aufsichtspersonal außer Sicht war – vermutlich inspiriert von „Mission: Impossible – Sitz Dich Reich“ – und dann zack!: Hinsetzen, knacken, aufspringen, weglaufen. Nur die Lasershow fehlte.
Flucht statt Applaus
Nach dem glitzernden Crash stob das Paar wie zwei ausgebüxte Schulhofrowdys durch den Raum. Weder entschuldigender Zettel noch Rückmeldung im Gästebuch. Die Kristallstühle konnten sprechen? Sie hätten wohl nur „Aua“ gehaucht.
Museumsdirektorin Vanessa Carlon zeigte sich, nun ja, fassungslos – aber mit Haltung: „Wir wollen nicht nur informieren oder verurteilen, sondern zur Reflexion anregen.“ (Übersetzung: „Was zur Hölle denken sich manche Leute?!“)
Gute Nachrichten für den Glitzerglanz
Die Restauratoren konnten das fragile Kunstwerk – mit Pinzette, Engelsgeduld und vermutlich einer Tube Sekundenkleber – retten. Der Kristallstuhl glänzt nun wieder, vermutlich mit leichtem Trauma.
Fazit:
Kunst ist da, um betrachtet – nicht zersessen – zu werden. Und wer glaubt, ein glitzernder Stuhl sei die perfekte Instagram-Kulisse für den nächsten Italienurlaub, sollte sich besser auf eine stabile Parkbank setzen.