Dark Mode Light Mode

Illegales Kartell: EU verhängt Millionenstrafe gegen Delivery Hero und Glovo

Ramdlon (CC0), Pixabay

Die EU-Kommission hat eine harsche Geldstrafe gegen den Berliner Essenslieferdienst Delivery Hero und seinen spanischen Konkurrenten Glovo verhängt. Wegen wettbewerbswidriger Absprachen müssen beide Unternehmen insgesamt mehr als 329 Millionen Euro zahlen. Allein Delivery Hero trifft es mit einer Strafe in Höhe von rund 223 Millionen Euro, Glovo muss knapp 106 Millionen Euro zahlen.

Illegale Preis- und Strategieabsprachen

Die Brüsseler Wettbewerbsbehörde wirft den beiden Lieferdiensten vor, ein illegales Kartell gebildet zu haben. Laut EU-Kommission kam es zu koordinierten Absprachen über Preise, Marktverhalten und Geschäftsstrategien, die den fairen Wettbewerb in mehreren EU-Mitgliedstaaten verzerrten. Konkret geht es um Abmachungen zur Vermeidung von Wettbewerb, etwa durch gegenseitige Nichtangriffe in bestimmten Märkten, Informationsaustausch über sensible Geschäftsdaten sowie Preisabsprachen im Zusammenhang mit Lieferdiensten.

Brüssel setzt klares Signal

Mit der Strafe setzt die EU-Kommission ein deutliches Zeichen gegen wettbewerbswidriges Verhalten in der boomenden Plattformökonomie. „Unternehmen, die den Markt durch geheime Absprachen kontrollieren wollen, müssen mit harten Konsequenzen rechnen“, heißt es aus Brüssel. Die Untersuchung war Teil einer umfassenderen Überprüfung des Online-Handels und der Plattformanbieter, bei der Lieferdienste unter besonderer Beobachtung standen.

Reaktion der Unternehmen

Delivery Hero hat sich bislang nicht öffentlich zu der Strafe geäußert, es wird aber mit einer Anfechtung des EU-Beschlusses gerechnet. Auch Glovo kündigte rechtliche Schritte an. Beide Firmen betonen, dass sie ihre Compliance-Strukturen bereits überarbeitet hätten und künftig eng mit den Aufsichtsbehörden zusammenarbeiten wollen.

Hintergrund: Konsolidierung auf dem Liefermarkt

Die Entscheidung trifft eine Branche, die in den letzten Jahren durch rasantes Wachstum, aggressive Expansion und zahlreiche Übernahmen geprägt war. Delivery Hero hatte zwischenzeitlich Anteile an Glovo gehalten, sich aber später wieder davon getrennt. Gerade in einem Markt, in dem nur wenige Anbieter dominieren, ist Wettbewerbsschutz besonders sensibel – auch im Sinne der Verbraucherinnen und Verbraucher.

Fazit

Die Strafe gegen Delivery Hero und Glovo ist eine der höchsten, die je gegen Plattformunternehmen im Lieferdienstsektor verhängt wurden. Sie unterstreicht den Willen der EU-Kommission, auch im digitalen Binnenmarkt für Transparenz, Wettbewerb und faire Marktbedingungen zu sorgen – und zeigt, dass illegale Absprachen keinen Platz in der EU-Wirtschaft haben.

Kommentar hinzufügen Kommentar hinzufügen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Previous Post

Umfrage zeigt: Mehrheit der Deutschen fühlt sich unsicher im Umgang mit Fake News

Next Post

BaFin warnt vor betrügerischen Jobangeboten auf der Website vet-staking.com