Die EU-Kommission hat am Dienstag offiziell bekannt gegeben, dass Bulgarien alle Voraussetzungen erfüllt, um im kommenden Jahr der Eurozone beizutreten. Damit könnte das Land ab 2026 den Euro als offizielles Zahlungsmittel einführen – eine Entscheidung mit weitreichenden wirtschaftlichen und politischen Folgen.
EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen bezeichnete die Einführung des Euro als bedeutenden Schritt: „Der Euro ist ein Symbol für die Einheit und Stärke Europas. Sein Beitritt wird Bulgariens Wirtschaft stärken und das Vertrauen in den gemeinsamen Markt vertiefen.“ Die Kommission bescheinigte Bulgarien die nötige Preisstabilität, Haushaltsdisziplin, Wechselkursstabilität und niedrige langfristige Zinssätze – die vier zentralen Konvergenzkriterien für die Euro-Einführung.
Doch im Land selbst ist die Stimmung gemischt: Viele Bulgaren sehen den Euro mit Skepsis. Hauptsorge ist ein möglicher Anstieg der Verbraucherpreise, wie er bei früheren Euro-Einführungen in anderen Ländern beobachtet wurde. Besonders Menschen mit geringem Einkommen befürchten Kaufkraftverluste, wenn Preise nach der Währungsumstellung steigen, während Löhne nur verzögert angepasst werden.
Trotz dieser Sorgen gilt der Schritt wirtschaftlich als bedeutend: Der Euro soll ausländische Investitionen erleichtern, Wechselkursrisiken beseitigen und Bulgarien fester an den EU-Kern binden. Auch politisch wird der Beitritt als weiterer Schritt in Richtung europäischer Integration und Stabilität gewertet – besonders in geopolitisch unruhigen Zeiten.
Bevor der Wechsel vollzogen wird, müssen noch letzte formale Schritte durch den EU-Rat und die Europäische Zentralbank erfolgen. Sollte alles planmäßig verlaufen, würde Bulgarien nach Kroatien (2023) das 21. Mitglied der Eurozone werden – ein historischer Meilenstein auf dem Weg zu einem stärker integrierten Europa.