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Zehn Monate im All: Wie zwei Astronauten mit defekter Raumkapsel fast gestrandet waren

qimono (CC0), Pixabay

Was als achttägiger Testflug begann, wurde zur unfreiwilligen Langzeitmission: Die NASA-Astronauten Suni Williams und Butch Wilmore blieben fast zehn Monate an Bord der Internationalen Raumstation (ISS) – und wussten zeitweise nicht, ob sie je wieder zur Erde zurückkehren könnten.

Der Grund: Ihre Raumkapsel, die neue „Starliner“ des US-Konzerns Boeing, hatte beim Anflug auf die ISS im Juni 2024 plötzlich Triebwerksprobleme. Das automatische Andocken schlug fehl – eine Situation, die auch für erfahrene Astronauten bedrohlich war.

„Wenn wir nicht hätten andocken können, hätten wir vielleicht nicht zurückkehren können. Das war uns bewusst“, sagte Wilmore im BBC-Interview. Gedanken an das Schlimmste machten sich beide – sprachen sie aber nicht aus. „Man schaut sich nur an, liest zwischen den Zeilen, und beginnt direkt nach Lösungen zu suchen“, erklärte Williams.

Dank Unterstützung aus dem Kontrollzentrum gelang schließlich das Docking. Doch wegen der anhaltenden technischen Probleme mit Starliner wurde eine Rückkehr mit der Boeing-Kapsel als zu riskant eingestuft. Stattdessen brachte sie eine SpaceX-Kapsel am 18. März 2025 sicher zurück auf die Erde.

Trotz der Umstände fühlten sich die beiden nicht „gestrandet“, wie oft berichtet wurde. Die ISS verfügt stets über ein angedocktes „Rettungsschiff“, mit dem Astronauten im Notfall evakuiert werden können. Dennoch war die Situation angespannt – auch politisch: US-Präsident Donald Trump warf der Vorgängerregierung öffentlich vor, die Astronauten „im All im Stich gelassen“ zu haben. Wilmore kommentierte das diplomatisch: „Raumfahrt ist schwierig, bemannte Raumfahrt noch viel mehr.“

Die Monate im All nutzten die beiden für zahlreiche Experimente – und tägliches Training. Wilmore sagt, er habe jeden Tag Kniebeugen und Kreuzheben gemacht und sei „stärker zurückgekommen als je zuvor“. Williams lief sogar wenige Tage nach der Rückkehr wieder – im All absolvierte sie einst sogar einen Marathon auf dem Laufband.

Zurück auf der Erde arbeiten beide nun mit Boeing und der NASA daran, die technischen Schwächen von Starliner zu analysieren und zu beheben. Denn trotz der Probleme glauben sie weiterhin an das Potenzial der Kapsel. „Sie hat Fähigkeiten, die anderen Raumfahrzeugen fehlen“, so Williams. Beide wären bereit, erneut mit Starliner ins All zu fliegen – sobald die Technik stimmt.

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