Mit warmen Worten und einem klaren Appell an gesellschaftlichen Zusammenhalt hat Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier am Donnerstag das Deutsche Chorfest in Nürnberg eröffnet. Vor Hunderten Sängerinnen und Sängern würdigte er die Kraft der Musik – und besonders des gemeinsamen Singens – als verbindendes Element in einer zunehmend polarisierten Welt.
„Wer miteinander singt, hört aufeinander“, sagte Steinmeier. Respekt, Disziplin und das Zuhören seien Grundpfeiler nicht nur jeder musikalischen Harmonie, sondern auch eines gelingenden Miteinanders – in der Gesellschaft, in der Demokratie und, wie er mit einem augenzwinkernden Seitenhieb anfügte, „mitunter sogar in Koalitionen“.
Das Chorfest, das alle vier Jahre stattfindet, verwandelt die Stadt Nürnberg bis Sonntag in eine riesige Bühne der Stimmen. Geplant sind rund 600 Konzerte an verschiedensten Orten – von großen Sälen bis zu Open-Air-Bühnen – mit etwa 400 Chören aus dem In- und Ausland. Die stilistische Bandbreite reicht von klassischer Vokalmusik über Pop-Arrangements bis hin zu internationalen Folkloreklängen.
Neben den Konzerten sind auch Workshops, Mitsingformate und musikalische Begegnungen zwischen Amateur- und Profi-Ensembles Teil des Programms. Das Motto des diesjährigen Fests: „Klang – Vielfalt – Miteinander“.
Die Eröffnung in der historischen Altstadt wurde von begeistertem Applaus begleitet – ein Auftakt, der klangvoll zeigt, wie Musik Brücken bauen kann, wo Worte oft nicht mehr weiterhelfen.