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Potsdamer Uni-Präsident warnt: „Wissenschaft verliert den Draht zur Gesellschaft“

Mohamed_hassan (CC0), Pixabay

Oliver Günther, Präsident der Universität Potsdam, schlägt Alarm: Die Kluft zwischen Wissenschaft und breiter Öffentlichkeit wächst – mit spürbaren Folgen für das Vertrauen in Forschung und Hochschulen. In einem Interview mit den Potsdamer Neuesten Nachrichten sprach Günther von einer „zunehmenden Entfremdung“ und rief Forschende dazu auf, stärker aus ihrer akademischen Komfortzone herauszutreten.

„Wir müssen raus aus der Blase“, forderte Günther. Wissenschaft müsse sich nicht nur an Gleichgesinnte richten, sondern gerade jene erreichen, die skeptisch oder kritisch gegenüber akademischer Arbeit eingestellt seien. Die Kommunikation wissenschaftlicher Erkenntnisse müsse wieder verständlicher, nahbarer und lebensnaher werden.

Besonders besorgniserregend sei die wachsende Wissenschafts-Skepsis in Teilen der Bevölkerung. Viele Menschen hätten den Eindruck, dass sich Universitäten zu sehr mit sich selbst beschäftigten – mit Schlagworten wie Diversität, Inklusion, Gendering oder Wokeness, so Günther. Zwar seien diese Themen wichtig, doch werde das Bild der Wissenschaft dadurch in der Öffentlichkeit zunehmend verzerrt. „Dieses Zerrbild müssen wir dringend korrigieren“, betonte er.

Der Universitätspräsident plädierte dafür, gesellschaftlich relevante Forschung sichtbarer zu machen – etwa zu Fragen von Klimawandel, Bildungsgerechtigkeit oder technologischen Innovationen. Nur so könne die Wissenschaft das zurückgewinnen, was ihr mancherorts bereits abhanden gekommen sei: Vertrauen, Relevanz und Anschlussfähigkeit.

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