Die Kreditratingagentur Moody’s hat die Kreditwürdigkeit der USA am Freitag herabgestuft und dem Land damit seine letzte perfekte AAA-Bewertung entzogen. Dieser Schritt könnte die Finanzmärkte erschüttern und die Zinsen in den USA weiter ansteigen lassen – eine zusätzliche Belastung für die Amerikaner, die bereits mit Inflation und Zöllen kämpfen.
Warum wurde die Kreditwürdigkeit herabgestuft?
Moody’s begründete die Herabstufung von AAA auf Aa1 mit der anhaltenden Zunahme der Staatsverschuldung und den steigenden Zinsbelastungen, die mittlerweile deutlich höher sind als bei ähnlich bewerteten Staaten.
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Historischer Verlust: Moody’s hatte die perfekte Bewertung der USA seit 1917 aufrechterhalten.
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Letztes Downgrade: Damit folgt Moody’s den anderen großen Ratingagenturen: Fitch stufte die USA bereits 2023 ab, S&P im Jahr 2011.
Ein wachsendes Problem
Laut Moody’s wird die Notwendigkeit für staatliche Kredite weiter steigen, was die US-Wirtschaft zusätzlich belasten könnte.
Reaktionen aus der Politik
Das Weiße Haus machte die Vorgängerregierung verantwortlich:
„Die Trump-Administration und die Republikaner arbeiten daran, Bidens Chaos zu beheben, indem sie Verschwendung, Betrug und Missbrauch in der Regierung abbauen und ein großes Gesetzespaket verabschieden“, sagte Sprecher Kush Desai.
Moody’s hatte die USA bereits im November wegen der politischen Instabilität und der Beinahe-Pleite im Sommer 2024 unter Beobachtung gestellt. Damals führte die Absetzung des Republikaners Kevin McCarthy als Sprecher des Repräsentantenhauses zu wochenlangen Verzögerungen bei der Besetzung des Amtes.
Stabile Prognose – vorerst
Moody’s bewertete die Aussichten der USA trotz allem als „stabil“, da das Land eine lange Tradition wirksamer Geldpolitik unter der unabhängigen Federal Reserve vorweisen kann. Allerdings hat Präsident Donald Trump in der Vergangenheit angedeutet, die Unabhängigkeit der Fed infrage zu stellen und sogar über die Entlassung von Fed-Chef Jerome Powell nachgedacht.
Trumps Maßnahmen gegen die Schuldenkrise
Um die Staatsverschuldung in den Griff zu bekommen, plant Trump das Gesetzespaket „One Big Beautiful Bill Act“:
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Steuersenkungen: Dauerhafte Steuererleichterungen für Einzelpersonen, die ursprünglich im Tax Cuts and Jobs Act von 2017 beschlossen wurden.
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Kürzungen im Sozialbereich: Massive Einsparungen bei Medicaid und Essensmarken.
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Folge: Trotz Einsparungen würden die Steuerverluste die Einsparungen überwiegen und die Staatsverschuldung um 3,3 Billionen Dollar in den nächsten zehn Jahren erhöhen.
Die jährlichen Defizite könnten von 1,8 Billionen Dollar im Jahr 2024 auf 2,9 Billionen Dollar im Jahr 2034 steigen.
Warum die USA ihre AAA-Bewertung verloren haben
Drei wesentliche Gründe führten zur Herabstufung:
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Explodierende Defizite: Seit 2011 hat sich das jährliche Haushaltsdefizit von 1,3 Billionen Dollar auf 1,8 Billionen Dollar erhöht.
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Politische Instabilität: Die Unfähigkeit, den Schuldenstreit zu lösen, und das politische Tauziehen um den Schuldenobergrenze-Mechanismus.
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Schwache Regierungsführung: Bereits 2011 verwies S&P auf „politische Blockaden“ und die zunehmende Instabilität der US-Politik.
Ein weltweites Signal
US-Staatsanleihen galten lange als sicherstes Anlageinstrument weltweit. Das Downgrade signalisiert Investoren jedoch ein höheres Risiko und könnte die Renditen von US-Staatsanleihen in die Höhe treiben. Dies könnte wiederum Auswirkungen auf Hypothekenzinsen und andere Kredite haben.
Mögliche Konsequenzen für die Bevölkerung
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Höhere Zinsen: Steigende Renditen könnten die Kreditkosten für Häuser, Autos und andere Darlehen erhöhen.
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Marktunsicherheiten: Investoren könnten angesichts des erhöhten Risikos zögerlicher werden.
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Wirtschaftliche Belastungen: Die Kombination aus höheren Zinsen und einer unsicheren Haushaltslage könnte die Kaufkraft der Bevölkerung weiter schwächen.
Fazit: Eine angespannte Finanzlage
Die Herabstufung der Kreditwürdigkeit der USA durch Moody’s ist ein Weckruf für die Regierung, die finanzielle Stabilität wiederherzustellen. Trumps Fokus auf Steuersenkungen und Einsparungen im Sozialbereich steht in der Kritik, da die geplanten Maßnahmen eher die Staatsverschuldung erhöhen als reduzieren könnten.
Während Moody’s vorerst von einer stabilen Prognose ausgeht, bleibt die Lage angesichts der wachsenden Defizite und der politischen Unsicherheiten angespannt. Die nächsten Monate werden entscheidend sein, um das Vertrauen der Investoren zurückzugewinnen und die Kreditwürdigkeit der USA zu sichern.