Die Streaming-Plattform Spotify steht unter Druck, nachdem Dutzende Podcasts entdeckt wurden, die für den Online-Verkauf von verschreibungspflichtigen Medikamenten wie Adderall, Oxycodon und Vicodin werben. Viele dieser Angebote sind illegal und potenziell gefährlich.
Gefälschte Podcasts: Drogenverkauf per Klick
Wenn man auf Spotify nach Begriffen wie „Adderall“ oder „Xanax“ sucht, tauchen neben seriösen Gesundheitspodcasts auch gefälschte Podcast-Seiten auf, die Links zu Websites enthalten, die angeblich verschreibungspflichtige Medikamente ohne Rezept verkaufen.
Beispiele:
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Ein Podcast namens „My Adderall Store“ verlinkte auf eine Website, die Medikamente wie Adderall, Oxycodon und Vicodin anbietet.
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Ein weiterer Podcast mit dem Titel „Xtrapharma.com“ bewarb den Verkauf von Xanax und Percocet mit angeblich FDA-geprüfter Lieferung ohne Rezept.
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In der Suche nach „Xanax“ erschienen 20 von 60 vorgeschlagenen Podcasts, die Online-Apotheken bewarben.
Schnelles Eingreifen nach CNN-Recherche
Nachdem CNN Spotify eine Liste von 26 problematischen Podcasts vorlegte, wurden diese innerhalb weniger Stunden entfernt. Ein Sprecher erklärte:
„Wir arbeiten kontinuierlich daran, regelwidrige Inhalte auf unserer Plattform zu erkennen und zu entfernen.“
Gefahren durch illegale Online-Apotheken
Der Kauf von Medikamenten ohne Rezept ist in den USA illegal und kann erhebliche Risiken bergen:
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Falsche oder verunreinigte Medikamente
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Gefahr von Überdosierungen
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Verbreitung von gefälschten Arzneimitteln
Die US-Gesundheitsbehörden warnen regelmäßig vor den Gefahren solcher illegalen Online-Verkäufe. Im Jahr 2011 wurde Google mit einer Geldstrafe von 500 Millionen Dollar belegt, weil das Unternehmen Anzeigen für kanadische Online-Apotheken geschaltet hatte.
Wie schaffen es Fake-Podcasts auf Spotify?
Text-to-Speech-Technologien ermöglichen es Betrügern, schnell eine große Anzahl von gefälschten Podcasts zu erstellen. Diese bestehen oft aus kurzen Audio-Clips, die mit einer Computerstimme auf Medikamente hinweisen und Links zu unsicheren Websites enthalten.
Beispiel:
Ein Podcast mit dem Titel „Order Xanax 2 mg Online Big Deal On Christmas Season“ präsentierte in einem 26-Sekunden-Clip eine Computerstimme, die Xanax bewarb.
Lauren Balik, Expertin für Technologiemärkte, forderte Spotify-CEO Daniel Ek öffentlich dazu auf, das Problem anzusprechen. Auch die Tech Transparency Project kritisierte, dass Plattformen wie Spotify oft keine Konsequenzen für die Verbreitung illegaler Inhalte befürchten müssen.
Moderation bei Spotify: Ein Problem?
Spotify bietet kostenlose Tools, mit denen Nutzer Podcasts erstellen und verbreiten können. Die Richtlinien der Plattform verbieten jedoch illegalen Inhalt, Spam und die Bewerbung von Produkten.
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Regeln gegen Drogenverkäufe: Spotify verbietet Inhalte, die den illegalen Verkauf von regulierten Substanzen fördern.
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Moderation: Die Plattform nutzt sowohl automatisierte Tools als auch menschliche Prüfer, um Verstöße zu erkennen.
Ein wiederkehrendes Problem
Bereits 2022 geriet Spotify wegen Fehlinformationen über Covid-19 in die Kritik. Der beliebte Podcast „The Joe Rogan Experience“ hatte falsche Behauptungen über Impfungen verbreitet. Damals führte Spotify eine Sicherheitsberatung ein und fügte Warnhinweise zu Covid-bezogenen Inhalten hinzu.
Warum ist Spotify so anfällig?
Laut Sarah Gardner, CEO der Heat Initiative, liegt das Problem im fehlenden Schutz bei nutzergenerierten Inhalten:
„Wo immer Menschen Inhalte erstellen können, werden auch illegale Angebote auftauchen. Es kommt darauf an, wie die Plattformen dagegen vorgehen.“
Fazit: Handlungsbedarf bei Spotify
Spotify hat zwar nach Hinweisen reagiert, doch die Problematik gefälschter Podcasts ist nicht gelöst. Da die Plattform auf massiven Content-Upload setzt und automatisierte Moderation nutzt, bleibt die Missbrauchsgefahr hoch.
Experten fordern:
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Stärkere Überwachung von Podcast-Inhalten
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Verbesserte Filtermechanismen, um illegale Angebote schneller zu erkennen
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Verantwortung der Plattformen, um die Sicherheit der Nutzer zu gewährleisten
Solange Spotify keine effektiveren Maßnahmen ergreift, bleibt die Plattform ein Ziel für Betrüger – und damit eine Gefahr für die Gesundheit der Nutzer.