US-Präsident Donald Trump erhöht den Druck auf 150 Länder, die Handelsabkommen mit den Vereinigten Staaten aushandeln wollen. In einer Rede in Abu Dhabi kündigte er an, dass Länder ohne Abkommen bald mit deutlich höheren Zöllen rechnen müssen.
Handelsgespräche kommen zu langsam voran
Bei einem Wirtschaftsrundtisch in Abu Dhabi am Freitag sagte Trump:
„Wir haben 150 Länder, die ein Abkommen wollen, aber es ist unmöglich, so viele Verhandlungen gleichzeitig zu führen. In zwei bis drei Wochen werden wir ihnen sagen, was sie zahlen müssen, um Geschäfte in den USA zu machen.“
Trump hatte am 9. April die sogenannten reziproken Zölle vorübergehend ausgesetzt, um den Ländern 90 Tage Zeit für Verhandlungen zu geben. Doch die Fortschritte bleiben hinter den Erwartungen zurück. Trump und seine Berater, darunter Finanzminister Scott Bessent und Handelsminister Howard Lutnick, planen nun, die neuen Zolltarife unilateral festzulegen, wenn keine Abkommen erzielt werden.
Was sind die „reziproken Zölle“?
Diese Tarife könnten für bestimmte Produkte auf bis zu 50 % steigen, besonders für Länder mit großen Handelsdefiziten gegenüber den USA. Obwohl die Zölle als „reziprok“ bezeichnet werden, trifft dies nicht auf alle Länder gleichermaßen zu – kleinere Volkswirtschaften wären besonders stark betroffen.
Verhandlungen und bisherige Abkommen
Obwohl die Regierung Schwierigkeiten hat, alle Verhandlungspartner unter einen Hut zu bringen, wurden bereits zwei neue Rahmenabkommen erreicht:
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Vereinigtes Königreich: Einigung auf 10 % Zollsatz.
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China: Absenkung von Zöllen nach Verhandlungen in Genf.
Trump deutete an, dass auch mit Indien, Japan und Südkorea Fortschritte erzielt werden könnten. Doch die politische Lage in Südkorea könnte weitere Verzögerungen mit sich bringen.
Unklare Zollpolitik: Was kommt auf die Länder zu?
Noch ist unklar, wie die neuen Zölle genau gestaltet werden sollen:
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Wird der aktuelle 10 %-Basistarif beibehalten oder weiter erhöht?
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Bleiben die neuen Zölle vorübergehend oder gelten sie langfristig?
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Trump deutete bereits an, dass die Zölle für Länder, die keinen Deal abschließen, deutlich höher ausfallen könnten als die 10 % für Großbritannien.
Droht eine Zollspirale?
Vor der jüngsten Einigung mit China lag der durchschnittliche US-Zollsatz bei 23 %, während er vor Trumps Amtszeit noch bei 2,3 % lag. Trump erklärte, er würde einen Zollsatz von 50 % als „totalen Sieg“ betrachten.
Risiken und Unsicherheiten
Die Unberechenbarkeit der US-Zollpolitik unter Trump sorgt für Verunsicherung bei Unternehmen und Verbrauchern:
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Wirtschaftsexperten warnen vor den Risiken einer Rezession, auch wenn die Gefahr zuletzt gesunken ist.
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Aktienmärkte reagieren empfindlich auf Trumps wechselnde Ankündigungen – erst fallen die Kurse, dann erholen sie sich wieder.
Ein Spiel mit hohem Einsatz
Trump betont immer wieder, dass die neuen Handelsabkommen dazu dienen sollen, Produktion und Arbeitsplätze in die USA zurückzubringen. Doch die Realität ist komplexer:
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Langwierige Verhandlungen: Handelsabkommen benötigen oft Jahre und umfassen komplizierte Details zu Produkten und Zöllen.
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Politische Hindernisse: Viele Länder haben eigene Interessen und schützen bestimmte Wirtschaftsbereiche, was zu Verzögerungen führt.
Kritik und Bedenken
Obwohl Trump den Verhandlungsdruck erhöht, wächst die Kritik:
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Unrealistische Zeitvorgaben: Experten bezweifeln, dass in so kurzer Zeit umfangreiche Handelsabkommen abgeschlossen werden können.
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Kosten für Verbraucher: Höhere Zölle bedeuten letztlich steigende Preise für importierte Waren.
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Globaler Handel in Gefahr: Einige Länder könnten Gegenmaßnahmen ergreifen, was die globale Wirtschaftslage weiter destabilisieren könnte.
Fazit: Verhandlung oder Eskalation?
Trump setzt auf Druck und schnelle Ergebnisse – doch Handelsabkommen lassen sich selten überstürzt abschließen. Die angedrohten Tariferhöhungen könnten kurzfristig die US-Wirtschaft stärken, aber langfristig die Handelsbeziehungen belasten und die Verbraucherpreise steigen lassen.
Die kommenden Wochen werden zeigen, ob Trumps Taktik aufgeht – oder ob die USA durch die Zollspirale stärker belastet werden als erwartet.