Früher war das Auswendiglernen von Telefonnummern ein fester Bestandteil des Alltags – heute reicht ein Blick ins Handy. Doch was, wenn der Akku leer ist oder das Smartphone verloren geht? Laut einer aktuellen Bitkom-Studie kennt rund ein Drittel der Deutschen die eigene Handynummer nicht auswendig. Besonders ausgeprägt ist das Phänomen bei den 16- bis 29-Jährigen: Hier wissen sogar 42 Prozent ihre Nummer nicht – aus dem Kopf, wohlgemerkt.
Festnetznummern schneiden interessanterweise deutlich besser ab. Drei Viertel der Befragten wissen, wie sie zu Hause erreichbar sind – auch wenn das Festnetztelefon bei vielen inzwischen eher als Relikt vergangener Tage in der Ecke steht.
Auch bei den Kontakten im Umfeld zeigt sich: Freunde und Familie werden nicht völlig der Digitalisierung überlassen. Ihre Nummern werden häufiger auswendig gelernt als die eigene – vielleicht, weil man sie in der Jugendzeit noch auf Zettelchen kritzeln oder per SMS eintippen musste.
Die Studie offenbart auch einen klaren Generationenunterschied: Über 65-Jährige haben im Schnitt vier Telefonnummern im Kopf, während die Jüngeren bis 29 Jahre durchschnittlich nur zwei behalten. Offenbar ist das Gehirn in der analogen Welt noch etwas besser trainiert worden – oder schlicht öfter gezwungen gewesen, sich Zahlen zu merken.
Der Digitalverband Bitkom warnt daher: Wer sich ausschließlich auf die Kontaktliste im Smartphone verlässt, könnte im Notfall alt aussehen – oder zumindest sehr allein dastehen. Die Empfehlung lautet also: Wenigstens die wichtigsten Nummern sollte man wieder auswendig lernen. Oder sie sich ganz altmodisch auf einen Zettel schreiben. Falls man noch weiß, wo man so etwas aufbewahrt.