Der Frankfurter Stiftungsfonds verfolgt einen klar strukturierten Value-Investing-Ansatz mit Fokus auf unterbewertete Qualitätsunternehmen („Beautiful Businesses“). Im Jahr 2024 zeigte sich das Fondsmanagement flexibel, aktiv und marktorientiert, mit einer überdurchschnittlichen Performance bei gleichzeitig konservativer Risikosteuerung. Für langfristig orientierte Anleger, insbesondere Stiftungen, bietet der Fonds attraktive Rahmenbedingungen.
1. Anlagestrategie & Philosophie:
Der Fonds basiert auf vier Value-Prinzipien: Sicherheitsmarge, Unternehmerperspektive, wirtschaftlicher Burggraben und Behavioral Finance. Diese „Modern Value“-Strategie richtet sich an Investoren mit langfristigem Anlagehorizont, die stabile Geschäftsmodelle mit hohem Cashflow bevorzugen. Die Aktienauswahl erfolgt unabhängig von Indizes, mit einem globalen Fokus auf westliche Industrieländer und einem ESG-konformen Anlageprofil gemäß Artikel 8 SFDR.
2. Vermögensstruktur & Entwicklung:
Das Fondsvolumen betrug zum Jahresende rund 18,7 Mio. EUR, davon:
70,05 % Aktien, Schwerpunkt Deutschland, USA und UK.
12,39 % Anleihen, überwiegend Unternehmensanleihen (95 % aus den USA).
17,84 % Liquidität, was auf Flexibilität und Absicherungsstrategien hinweist.
Im Vergleich zum Vorjahr erhöhte sich der Aktienanteil deutlich, während Anleihen, Zertifikate und sonstige Beteiligungen stark reduziert wurden – eine klare Positionierung zugunsten von Aktienrenditen im Umfeld fallender Zinsen.
3. Performance & Ergebnis:
Die Anteilklassen erzielten solide Renditen:
Wertentwicklung: 4,95 % bis 5,75 %, je nach Anteilklasse
Das Gesamtergebnis basiert auf realisierten Gewinnen aus Wertpapierverkäufen. Das ordentliche Nettoergebnis war negativ, wurde aber durch Kursgewinne überkompensiert.
Bemerkenswert ist, dass trotz geopolitischer Unsicherheiten (Ukraine-Krieg) und Marktvolatilität eine insgesamt positive Wertentwicklung erzielt wurde – besonders durch die Betonung von US-Wachstumswerten und selektives Trading.
4. Risikomanagement & ESG:
Der Fonds weist typische Risiken eines Aktienfonds auf, u.a.:
Marktrisiko und Zinsänderungsrisiko durch Beteiligung an Aktien- und Anleihemärkten
Währungsrisiko, da viele Investments außerhalb des Euroraums liegen
Kontrahenten- und Nachhaltigkeitsrisiken, insbesondere bei ESG-Kriterien
Trotzdem bleibt der Fonds aufgrund seiner hohen Diversifikation und soliden Titelauswahl als stiftungsgeeignet einzustufen. ESG-Faktoren sind zwar nicht taxonomiekonform im Sinne von Artikel 9, werden aber konsequent berücksichtigt (Artikel 8-Produkt).
5. Ausschüttungspolitik:
Der Fonds verfolgt eine ausschüttende Strategie mit Teilthesaurierung. Ausgeschüttet wurden z. B. in der R-Klasse 2,53 EUR je Anteil. Der Großteil der Erträge wurde zur Wiederanlage bzw. als Vortrag verwendet – sinnvoll im Kontext langfristiger Kapitalerhaltung.
6. Kostenstruktur:
Die Verwaltungsvergütung beträgt maximal 1,50 %, liegt aber in der Praxis meist bei ca. 0,85 % p.a.. Es wurde eine Performance Fee erhoben, jedoch in vertretbarer Höhe (z. B. 26.423 EUR in der R-Klasse).
Fazit:
Der Frankfurter Stiftungsfonds kombiniert wertebasiertes Value-Investing mit aktivem Risikomanagement und ESG-Fokus. Die breite Diversifikation, die konservative Allokation mit hoher Liquiditätsquote und die konsequent umgesetzte Investmentphilosophie machen ihn zu einem geeigneten Instrument für langfristig orientierte Anleger – insbesondere Stiftungen und institutionelle Investoren. Trotz zwischenzeitlicher Mittelabflüsse zeigt der Fonds 2024 eine robuste Performance mit nachhaltiger Perspektive.