Die Bundesregierung hat ihr selbstgestecktes Ziel zur Sanierung maroder Autobahnbrücken klar verfehlt. Das geht aus einer aktuellen Antwort des Verkehrsministeriums auf eine Anfrage der Grünen-Bundestagsabgeordneten Julia Verlinden hervor.
Demnach wurden im Jahr 2024 bundesweit lediglich 212 modernisierte Brückenteilbauwerke fertiggestellt. Zwar entspricht das weitgehend der im vergangenen Sommer deutlich abgespeckten Planung, doch bleibt es weit hinter den ursprünglichen Ambitionen zurück: 2022 hatte die Ampel-Koalition ein umfassendes Brückensanierungsprogramm vorgestellt, das vorsah, jährlich rund 400 sanierungsbedürftige Bauwerke aus dem Bestand von insgesamt etwa 28.000 Autobahnbrücken zu erneuern.
Verkehrsexperten warnen seit Jahren vor den Folgen des Sanierungsstaus. Viele Brücken seien in einem kritischen Zustand, hieß es aus Fachkreisen, was nicht nur den Verkehrsfluss behindere, sondern auch erhebliche Sicherheitsrisiken berge. Besonders betroffen sind zentrale Verkehrsachsen wie die A45, deren Sperrung durch den Einsturz der Talbrücke Rahmede bereits in der Vergangenheit bundesweite Schlagzeilen machte.
Das Verkehrsministerium verweist auf erhebliche Herausforderungen bei der Umsetzung: Personalengpässe, komplizierte Genehmigungsverfahren sowie Lieferkettenprobleme hätten die Arbeiten verzögert. Dennoch betont das Ministerium, man habe „wichtige Fortschritte“ erzielt und werde die Sanierung der Autobahninfrastruktur weiterhin als „höchste Priorität“ behandeln.
Ob die künftige Bundesregierung angesichts der massiven Investitionsbedarfe die versprochenen Sanierungszahlen erreichen kann, bleibt abzuwarten.