Ken Griffin, Milliardär, Citadel-CEO und prominenter Unterstützer von Präsident Donald Trump, hat öffentlich schwere Kritik an Trumps Handelspolitik geübt. Bei einem Auftritt auf dem Semafor World Economy Summit in Washington warnte Griffin, dass der Handelskrieg Amerikas Ansehen und Glaubwürdigkeit massiv beschädige.
„Die Vereinigten Staaten sind mehr als nur ein Land – sie sind eine Marke, ein weltweites Symbol für wirtschaftliche Stärke, kulturellen Einfluss und militärische Macht“, erklärte Griffin. Diese Marke werde derzeit durch Trumps Zollpolitik untergraben. Besonders die Vertrauenswürdigkeit von US-Staatsanleihen, lange Zeit der Inbegriff sicherer Anlagen, sei ernsthaft gefährdet.
Griffin verglich Amerikas Image mit einer renommierten Modemarke: Ein einzelner Skandal könne reichen, um irreparablen Rufschaden anzurichten. Ähnlich könne das weltweite Vertrauen in die US-Finanzmärkte dauerhaft erschüttert werden. Schon jetzt sei zu beobachten, dass Anleger US-Vermögenswerte meiden. Der Dollar fiel auf ein Dreijahrestief, während die Aktienmärkte Milliarden an Wert verloren.
Auch JPMorgan-Chef Jamie Dimon äußerte kürzlich ähnliche Bedenken. In seinem jährlichen Brief an die Aktionäre warnte er, dass die Politik „America First“ in eine gefährliche Isolation führen könnte. Dimon betonte, Amerikas Sonderstellung beruhe auf wirtschaftlicher Stärke, militärischer Macht und moralischem Führungsanspruch – alles Werte, die durch einseitige Handelspolitik gefährdet würden.
Griffin appellierte eindringlich an Trump und sein Kabinett, das weltweite Vertrauen in die USA nicht weiter zu verspielen. „Wenn man eine Marke besitzt, muss man verantwortungsvoll damit umgehen“, mahnte er. „Ist der Ruf erst einmal beschädigt, kann es ein ganzes Leben dauern, den Schaden wiedergutzumachen.“