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Marktcheck der Verbraucherzentralen: Reduzierte Lebensmittel nicht immer ein Schnäppchen

Mohamed_hassan (CC0), Pixabay

Reduzierte Lebensmittel kurz vor Ablauf des Haltbarkeitsdatums gelten für viele als clevere Möglichkeit, Geld zu sparen – und dabei auch noch Lebensmittelverschwendung zu vermeiden. Doch ein aktueller Marktcheck der Verbraucherzentralen zeigt: Ein Preisnachlass ist nicht automatisch ein gutes Angebot. Oft sind vergleichbare Produkte sogar günstiger, obwohl sie regulär ausgezeichnet sind.

Ergebnisse aus vier Bundesländern – Überraschende Preisverhältnisse

Im Rahmen des Projekts „Gesund und nachhaltig essen mit kleinem Budget“ wurden in zehn Supermärkten und Discountern in vier Bundesländern 119 gekühlte, reduzierte Produkte unter die Lupe genommen. Im Durchschnitt lag der Rabatt bei etwa 32 Prozent gegenüber dem ursprünglichen Verkaufspreis. Doch: Bei mehr als der Hälfte der verglichenen Produkte (56 Prozent) war das regulär ausgepreiste Vergleichsprodukt trotz fehlendem Rabatt günstiger.

Preisangaben oft intransparent

Ein weiteres Problem: Unklare Auszeichnung der Preise. Nur bei 16 von 119 Produkten war der konkrete Endpreis sichtbar angegeben. In den meisten Fällen wurde lediglich ein Prozentsatz genannt, der an der Kasse abgezogen werden sollte. Das erschwert Verbraucher:innen den schnellen Vergleich – besonders bei knappen Budgets oder unter Zeitdruck.

Die Platzierung der reduzierten Produkte war zudem uneinheitlich: Während viele in den Kühlregalen neben regulärer Ware lagen, befanden sich andere versteckt in Restekisten, oft schwer auffindbar.

Fazit der Verbraucherzentralen: Preisvergleich lohnt sich immer

Die Untersuchung zeigt deutlich: Reduziert heißt nicht automatisch günstig. Wer sparen möchte, sollte auch bei Sonderangeboten genau hinschauen und vergleichen – sowohl zwischen Marken- und Eigenprodukten als auch zwischen rabattierten und regulären Preisen.

Hintergrund: Kampf gegen Ernährungsarmut

Der Marktcheck ist Teil des IN-FORM-Verbundprojekts, das sich gezielt an Menschen richtet, die von Ernährungsarmut betroffen oder bedroht sind. Das vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft geförderte Programm will dazu beitragen, dass sich auch Menschen mit kleinem Einkommen gesund und nachhaltig ernähren können – durch Aufklärung, Preisbewusstsein und niedrigschwellige Bildungsangebote.

Langfristige Lösungen gefragt

Verbraucherschützer betonen jedoch, dass reduzierte Ware keine verlässliche Strategie gegen Armut oder Preissteigerungen sein kann. Die Angebote sind nicht planbar, nicht flächendeckend verfügbar und ersetzen keine systematische Preisgestaltung, die gesunde Ernährung für alle dauerhaft erschwinglich macht.

👉 Tipp für Verbraucher:innen:
Bevorzugt nach dem Kilopreis oder Literpreis auf dem Etikett schauen – das erleichtert den fairen Vergleich. Und: Nicht jede rote Rabattmarke ist automatisch ein Gewinn fürs Portemonnaie.

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