Der Goldpreis hat am Dienstagmorgen ein neues Allzeithoch erreicht: Eine Feinunze des begehrten Edelmetalls kostete an den internationalen Finanzmärkten erstmals in der Geschichte 3.500 US-Dollar. Damit stieg der Preis im Vergleich zum Vorabend um mehr als zwei Prozent – ein sprunghafter Anstieg, der Anleger und Analysten gleichermaßen aufhorchen lässt.
Gold gilt seit jeher als sicherer Hafen in unsicheren Zeiten. Und derzeit gibt es viele Gründe für Nervosität an den Märkten. Ein besonders markanter Auslöser für die aktuelle Rally ist eine erneute Attacke von US-Präsident Donald Trump auf Notenbankchef Jerome Powell. In gewohnt drastischer Rhetorik warf Trump dem Fed-Chef vor, zu zögerlich bei Zinssenkungen zu handeln. Powell sei „Mr. Zu Spät“ und ein „großer Loser“, so der Präsident – Worte, die nicht nur politisch, sondern auch wirtschaftlich Wellen schlagen.
Solche öffentlichen Sticheleien und die damit verbundene Unsicherheit über die künftige Geldpolitik der USA treiben Anleger vermehrt in krisenresistente Anlageformen – allen voran in Gold. Hinzu kommen globale geopolitische Spannungen, eine fragile Konjunktur und die Sorge vor einem möglichen Inflationsanstieg.
Auch aus technischer Sicht sprechen viele Marktbeobachter von einem „Ausbruch nach oben“: Der Widerstand bei 3.400 US-Dollar wurde in den letzten Tagen mehrfach getestet und nun durchbrochen – was weiteres Potenzial für Kursgewinne freisetzen könnte.
Ob der Höhenflug des Goldpreises anhält, bleibt abzuwarten. Sicher ist nur: In einem Umfeld aus politischen Störfeuern und wirtschaftlicher Unsicherheit glänzt Gold derzeit heller denn je.