Der Frühling ist da – und viele Menschen in Norddeutschland zieht es in die Natur, um frischen Bärlauch zu sammeln. Die grüne Pflanze mit dem kräftigen Knoblauchduft ist sehr beliebt, vor allem für Pesto, Suppen oder Salate. Doch die Sammelleidenschaft kann gefährlich werden – und endet in manchen Fällen sogar mit einem Anruf beim Giftnotruf.
Immer mehr Notfälle durch Verwechslung
In diesem Jahr haben sich bereits 50 Menschen beim Giftinformationszentrum-Nord (GIZ) in Göttingen gemeldet, weil sie sich unsicher waren, ob sie wirklich Bärlauch gegessen haben – oder vielleicht doch eine giftige Pflanze. Das ist ein deutlicher Anstieg im Vergleich zu früher: Noch vor wenigen Jahren gab es nur rund ein Dutzend solcher Anrufe pro Saison, sagt der Toxikologe und Leiter des Zentrums, Martin Ebbecke.
Grund für den Anstieg ist laut Ebbecke die wachsende Beliebtheit des Wildkräuters. Immer mehr Menschen möchten selbst Bärlauch pflücken – dabei unterschätzen viele, wie leicht es ist, sich zu irren.
Bärlauch sieht gefährlich ähnlich aus
Das Hauptproblem: Bärlauch sieht den Blättern von Maiglöckchen und Herbstzeitlosen zum Verwechseln ähnlich. Beide Pflanzen sind jedoch hochgiftig – und können schwere gesundheitliche Probleme auslösen, wenn man sie isst. Typische Beschwerden nach dem Verzehr sind Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen und starker Durchfall. In solchen Fällen sollte man sofort den Giftnotruf kontaktieren, um sich medizinisch beraten zu lassen.
Wie erkennt man echten Bärlauch?
Laut dem Experten Ebbecke gibt es zwei wichtige Hinweise, um echten Bärlauch sicher zu erkennen:
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Der Geruchstest: Zerreibt man ein Bärlauchblatt zwischen den Fingern, verströmt es einen starken knoblauchartigen Geruch. Aber Vorsicht: Wenn man vorher bereits ein Blatt zerdrückt hat, haftet der Geruch an den Fingern – und kann einen täuschen.
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Der Blick auf den Stiel: Echte Bärlauchblätter wachsen einzeln an einem Stiel direkt aus dem Boden. Im Gegensatz dazu wachsen bei Maiglöckchen oder Herbstzeitlosen oft mehrere Blätter an einem Stiel – das ist ein Warnzeichen!
Nicht sammeln, wenn man sich nicht sicher ist
Die wichtigste Regel lautet: Nur sammeln, wenn man sich wirklich gut auskennt. Wer unsicher ist, sollte lieber die Finger davon lassen oder Bärlauch im Supermarkt oder auf dem Wochenmarkt kaufen. Denn im schlimmsten Fall kann eine falsche Pflanze lebensgefährlich sein.
Was tun im Notfall?
Wer nach dem Essen plötzlich Beschwerden wie Übelkeit, Erbrechen oder Durchfall bekommt – und zuvor selbst gesammelte Wildpflanzen gegessen hat – sollte sofort den Giftnotruf anrufen. Dort helfen Fachleute schnell weiter und sagen, ob ein Arztbesuch notwendig ist.
Giftnotruf Nord:
Telefon: 0551 – 19240 (rund um die Uhr erreichbar)
Fazit für alle Sammlerinnen und Sammler
Bärlauch ist lecker, gesund und beliebt – aber das Sammeln ist kein ungefährliches Hobby. Wer in den Wald geht, sollte ganz genau hinschauen und sich sicher sein, was er pflückt. Bei Unsicherheit lieber kaufen statt riskieren. Gesundheit geht vor.