Immer mehr Menschen in Deutschland bekommen beunruhigende E-Mails. Darin behaupten unbekannte Absender, dass sie heimlich beim Surfen auf bestimmten Internetseiten gefilmt worden seien – und dass sie dieses „Material“ an Freunde, Familie oder Kollegen schicken werden, wenn sie nicht schnell zahlen. Die Masche ist nicht neu, aber sie taucht in letzter Zeit wieder verstärkt auf. Besonders perfide: Die Erpresser verlangen die Zahlung in Bitcoin – also in einer digitalen Währung, die schwer nachverfolgbar ist.
Was steht in diesen E-Mails?
Die Täter schreiben meist, dass sie angeblich Zugriff auf den Computer oder das Handy der betroffenen Person hätten. Sie behaupten, sie hätten über die Kamera gefilmt, wie jemand intime oder peinliche Dinge getan habe. Oftmals wird auch eine reale E-Mail-Adresse oder ein altes Passwort genannt, um das Ganze glaubwürdiger erscheinen zu lassen. Dann folgt die Drohung: Wenn nicht innerhalb von 48 Stunden ein bestimmter Betrag in Bitcoin gezahlt wird, würde das angebliche Video an das persönliche Umfeld geschickt.
Was ist dran?
Die Verbraucherzentrale gibt Entwarnung: In der Regel handelt es sich bei diesen E-Mails um sogenannte „Fake-Erpressungen“. Es existieren keine Videos, keine Kamera wurde gehackt, und es wurde auch kein echtes kompromittierendes Material aufgenommen. Die E-Mails beruhen lediglich auf Angst und Scham – Gefühle, die die Betrüger gezielt ausnutzen wollen.
Manchmal bedienen sich die Täter echter Daten, die sie aus alten Datenlecks im Internet gezogen haben. Wenn also eine alte E-Mail oder ein Passwort auftaucht, bedeutet das noch lange nicht, dass der Computer aktuell wirklich gehackt wurde.
Was sollen Betroffene tun?
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Nicht zahlen! Eine Zahlung bringt keine Sicherheit, sondern bestärkt die Täter nur in ihrem Vorgehen.
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Nicht antworten! Jede Reaktion zeigt den Absendern, dass die E-Mail-Adresse aktiv ist.
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E-Mail löschen! Einfach in den Papierkorb damit.
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Passwörter ändern! Besonders wenn in der E-Mail ein altes Passwort genannt wird, sollte dieses schnellstens bei allen betroffenen Diensten geändert werden.
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Anzeigen! Wer möchte, kann den Vorfall bei der Polizei oder online unter www.internetwache.de melden.
Wie schützt man sich?
Um sich grundsätzlich besser vor solchen Betrugsversuchen zu schützen, empfehlen Verbraucherschützer:
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Starke und einzigartige Passwörter für jeden Dienst.
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Zwei-Faktor-Authentifizierung, wo möglich.
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Regelmäßige Updates von Betriebssystem und Virenschutz.
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Keine sensiblen Daten leichtfertig online teilen.
Fazit:
Die Masche funktioniert über Angst – aber sie basiert meist auf Lügen. Wer eine solche E-Mail bekommt, sollte einen kühlen Kopf bewahren, nicht zahlen und die Sicherheitsratschläge beherzigen. Die beste Waffe gegen digitale Erpressung ist Aufklärung. Wer weiß, wie diese Maschen funktionieren, lässt sich nicht so leicht einschüchtern.