Die Bundesagentur für Arbeit ist Ziel eines Cyberangriffs geworden: Unbekannte Täter haben versucht, durch Manipulation von Onlinekonten Sozialleistungen zu erschleichen. Die Zentralstelle Cybercrime Bayern hat inzwischen ein Ermittlungsverfahren eingeleitet.
Wie ein Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft Bamberg mitteilte, steht der Verdacht auf Ausspähen von Daten, Computersabotage und versuchten Computerbetrug im Raum. Ziel des Angriffs waren offenbar digitale Kundenkonten – dort sollen die Täter persönliche Daten verändert haben, mutmaßlich um sich unrechtmäßig Leistungen der Bundesagentur für Arbeit zu sichern.
Kundendaten gezielt manipuliert
Laut bisherigen Erkenntnissen wurden dabei Kundendaten gezielt abgeändert, etwa Adressen oder Bankverbindungen. Die Angreifer wollten sich so offenbar als berechtigte Leistungsempfänger ausgeben – ein klassisches Muster beim sogenannten Identitätsdiebstahl im Sozialwesen.
Glücklicherweise wurden die Unregelmäßigkeiten rechtzeitig entdeckt. Zahlungen seien nicht geflossen, erklärte die Bundesagentur. Dennoch wird der Vorfall ernst genommen: Die Ermittlungen laufen auf Hochtouren, die betroffenen Konten wurden gesperrt, die Sicherheitsmaßnahmen verschärft.
Keine Hinweise auf größeren Datenabfluss
Bislang gebe es keine Hinweise darauf, dass umfangreiche Datensätze abgeflossen oder in größerem Umfang kompromittiert worden seien. Die Bundesagentur arbeite eng mit den Ermittlungsbehörden zusammen, um den Vorfall aufzuklären und weitere potenzielle Schwachstellen zu identifizieren.
Ein Sprecher der BA betonte, man nehme die IT-Sicherheit sehr ernst. Gleichzeitig rief die Behörde ihre Kundinnen und Kunden auf, ihre Onlinezugänge regelmäßig zu überprüfen, auf verdächtige Änderungen zu achten und im Zweifel den Kundenservice zu informieren.
Cyberkriminalität nimmt weiter zu
Der Fall zeigt einmal mehr, wie anfällig auch staatliche Institutionen für gezielte Angriffe im digitalen Raum geworden sind. Sozialbehörden geraten zunehmend ins Visier von Cyberkriminellen, die versuchen, mit gefälschten Identitäten oder manipulierten Konten staatliche Leistungen zu erschleichen.
Die Zentralstelle Cybercrime Bayern, eine spezialisierte Ermittlungsbehörde, ist inzwischen eine der wichtigsten Einrichtungen zur Bekämpfung solcher Delikte. In Zusammenarbeit mit der Bundesagentur für Arbeit soll nun geklärt werden, wer hinter dem Betrugsversuch steckt – und ob es Verbindungen zu anderen Fällen gibt.