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Große Versprechen, kleine Fußnoten: Merz entdeckt das Kleingedruckte im eigenen Koalitionsvertrag

Schäferle (CC0), Pixabay

Es klang so schön: Mehr Geld im Portemonnaie für kleine und mittlere Einkommen. Doch kaum ist der Koalitionsvertrag zwischen Union und SPD trocken, holt der wohl zukünftige Bundeskanzler Friedrich Merz schon den Rotstift raus – und zwar nicht bei den Steuern, sondern bei den Erwartungen.

In einem meisterhaft vorsichtigen Auftritt in der ARD stellte Merz klar: Ja, natürlich wolle man die Einkommensteuer senken – steht ja auch groß im Koalitionsvertrag. Aber eben nur unter einer klitzekleinen Bedingung: Es muss auch irgendwoher das Geld kommen.

Oder, wie Merz es gewohnt charmant formulierte: „Wir machen keine Versprechungen, die wir nicht erfüllen können.“ – Was in etwa so klingt wie: „Wir haben es zwar versprochen, aber nur, wenn es uns zufällig nicht weh tut.“

Finanzierungsvorbehalt – das neue Lieblingswort der Regierung

Das Zauberwort dieser Regierungsbildung heißt also Finanzierungsvorbehalt. Ein Begriff, der sich im Koalitionsvertrag offenbar so oft versteckt wie Osterhasen im Frühling – und jetzt von Merz fleißig ins Rampenlicht gezerrt wird.

Denn alles, was schön klingt – Steuererleichterungen, Sozialgeschenke, Entlastungen – steht ab sofort unter der Überschrift: „Nur wenn’s passt.“ Und das entscheidet, na klar, die Kassenlage.

Fazit: Große Ziele, kleine Chancen

Wer also dachte, mit Merz als Kanzler wird der Lohnzettel automatisch fetter, sollte besser noch ein zweites Mal hinschauen – oder gleich das Kleingedruckte im Koalitionsvertrag lesen.

Denn dort steht zwischen den Zeilen in unsichtbarer Schrift: „Kann klappen, muss aber nicht.“

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