Die massiven Importzölle der Trump-Regierung setzen die US-Autoindustrie erheblich unter Druck und erschweren den Autokauf für Verbraucher. Besonders im Frühjahr und Sommer 2025 rechnen Experten mit einem schwierigen Marktumfeld – sowohl für Neuwagenkäufer als auch für Interessenten gebrauchter Fahrzeuge.
Nach dem von Präsident Donald Trump gefeierten „Liberation Day“ am 2. April verschärfte die Regierung ihre Handelspolitik massiv. Zölle von 20 % auf EU-Importe, 26 % auf Einfuhren aus Indien und 34 % auf Fahrzeuge aus China führen laut Experten zu einer Situation, die seit dem Smoot-Hawley Tariff Act von 1930 nicht mehr gesehen wurde – einem Gesetz, das einst eine weltweite Wirtschaftskrise mit auslöste.
Schwierige Lage für Autokäufer
Große Hersteller wie Audi und Volkswagen haben ihre Lieferungen in die USA bereits eingestellt, um die hohen Einfuhrzölle zu umgehen. Dies führt zu Engpässen bei beliebten Modellen und steigenden Preisen. Gleichzeitig stapeln sich andere Fahrzeuge wie Dodge Charger und Challenger auf Händlerparkplätzen, da die Nachfrage für bestimmte Modelle sinkt.
„Normalerweise sehen wir im Frühjahr aufgrund der Steuerrückzahlungen viele Sonderangebote. Dieses Jahr jedoch kämpfen Händler und Käufer gegeneinander – die einen wollen Lagerbestände loswerden, die anderen suchen vergeblich nach günstigen Deals“, berichtet USA Today. Ein weiterer Preistreiber: Zölle auf Autoersatzteile, die bis zum 3. Mai erwartet werden und auch die Produktionskosten erhöhen dürften.
Gebrauchtwagen als Ausweichlösung?
Auch auf dem Gebrauchtwagenmarkt macht sich die neue Handelspolitik bemerkbar. Obwohl gebrauchte Fahrzeuge nicht direkt von den Zöllen betroffen sind, sorgt die gestiegene Nachfrage – ausgelöst durch das knappe Angebot an Neuwagen – auch hier für Preissteigerungen.
Warten oder kaufen?
Für Verbraucher, die aktuell ein Auto kaufen möchten, ist die Lage alles andere als ideal. Fachleute raten zur Vorsicht: „Schnäppchen sind in diesem Frühjahr und Sommer Mangelware“, so die Einschätzung. Die Branche müsse sich erst neu aufstellen und alternative Produktions- und Lieferketten entwickeln – ein Prozess, der Zeit braucht.
Präsident Trump verteidigte seine Politik mit den Worten: „Manchmal muss man bittere Medizin nehmen, um etwas zu heilen.“ Für viele Amerikaner bedeutet das jedoch erst einmal höhere Preise und lange Wartezeiten.